Kategorie-Archiv: Bierstadt

Gemeinsam auf dem Weg

reformationstag-1-bie-b10951

Bis auf den letzten Platz besetzt war die katholische Pfarrkirche St. Birgid am Reformationstag, denn den evangelischen Feiertag wollten die katholischen und evangelischen Christen in Bierstadt gemeinsam feiern und damit ein Zeichen setzen, dass man gemeinsam auf dem Weg sei. Und so zogen Pfarrer Frank Schindling und Gemeindereferent Johannes Mockenhaupt zusammen mit Pfarrerin Ursula Albrecht und Pfarrer Andreas Friede-Majeweski in die Kirche St. Birgid ein, in der sich Christen beider Gemeinden versammelt hatten.

reformationstag-2-bie-b10951

„Gemeinsam sind wir Christen und haben den einen Gott“, begrüßte Pfarrer Schindling die Festgemeinde und sprach von einem neuen Anfang, der Mut mache und Freude. Die Christen hätten den Auftrag sich miteinander zu vernetzen. Da sei schon so viel, was vereine, und doch gehe noch viel mehr. „Christus will, dass wir eins sind, und in diese Richtung wollen wir gehen. Machen wir uns auf den Weg!“, so Schindling. Die Jugendband BON stimmte daraufhin das Lied „Wir machen uns auf den Weg“ an und in einer Prozession durch die Bierstadter Straßen ging es zur evangelischen Kirche, wo der zweite Teil des Gottesdienstes gefeiert wurde.

reformationstag-3-bie-b10951

Danach wurde im und rund um das Gemeindehaus gefeiert, für die Kinder gab es ein eigenes Programm und bei einem Basar durfte gestöbert werden. Unter dem Thema „Hier stehe ich, ich kann auch anders“ stand ein Lesemarathon, an dem neben Pfarrer Schindling unter anderem auch Ulrike Neradt, Wolfgang Vater, Susanne Kronenberg, Hildegard Bachmann und Babette von Kienlin teilnahmen.

Text/Fotos: Anne Goerlich-Baumann

Patrick´s Pub für alle geöffnet

paddys-open-1-b10774

Draußen auf der Terrasse flackerten die Kerzen auf den Tischen, im Inneren des St. Patrick´s Pub erklang irische Folkmusik: Der AK Jugend hatte die Gemeinde zum Paddy´s Open eingeladen – und viele schauten im Kinder- und Jugendhaus vorbei. Eine Gruppe, die Anfang der 80-er Jahre an einer Jugendreise der Pfarrei nach Irland teilgenommen hatte, versammelte sich draußen auf der Terrasse. Alte Fotoalben wurden gewälzt und Erinnerungen ausgetauscht. „Die Idee hatten wir am 9.9.“, erzählte Gemeindemitglied Barbara Yurtöven, die mit ihren Mitreisenden von damals den lauen Herbstabend genoss.

paddys-open-3-b10774

paddys-open-2-b10774Im Pub waren die Plätze an der Theke schnell belegt. Am runden Stammtisch spielten die Jugendlichen Karten und auch die anderen Tische füllten sich nach und nach – es wurde gegessen, getrunken und viel erzählt. Die urige Atmosphäre, in dem mit vielen Antiquitäten, Weinfässern und einer echten Theke eingerichteten Raum, tat ihr übrigens. Einige Väter schlichen zwischendurch heimlich in den Messdienerraum, um dort mit Begeisterung Flipper zu spielen.

In der Küche wirbelten derweil Pfarrer Frank Schindling, Pawel Meisler und Markus Bernsmann umher und kümmerten sich um die Bewirtung. Auf einer Schiefertafel wurden Spezialitäten vom Grill angepriesen – vom Steak bis zum (scharfen oder nicht ganz so scharfen) Schafskäse war alles dabei. Auch Suppen und Gerichte von der Karte waren im Angebot. Erst zu später Stunde wurden die Lichter im Patrick´s Pub gelöscht und die Jugendlichen beendeten ihren Thekendienst.

Lieber AK Jugend, Danke für den schönen Abend und bitte den Paddy´s Open bald wiederholen!

Text: GB/Fotos: Felix Schleicher

Pfarrer Kliegel zu Gast in St. Birgid

kliegel-bie-b10752Wer in diesen Tagen Pfarrer Peter Kliegel begegnet, hat allen Grund ihm zu gratulieren. Anfang Oktober bekam er das Bundesverdienstkreuz verliehen und am 1. November feiert er mit Familie und Freunden seinen 50. Weihetag in Dillenburg. Beglückwünschen sollte man den rührigen 78-Jährigen aber vor allem für sein Lebenswerk. In Chile hat er drei Jugenddörfer gegründet und aufgebaut. Daraus ist die Stiftung Cristo Joven entstanden. Zudem hat Kliegel ein Siedlungsprojekt für Familien betrieben sowie ein musisches Gymnasium gegründet. Und auch für das nächste Projekt sammelt der engagierte Geistliche schon eifrig Spenden: Pfarrer Kliegel möchte ein Musikinstitut für die Ausbildung von Musikpädagogen und Erziehern auf den Weg bringen, damit die Chilenen ihre Musik und damit einen wichtigen Teil ihrer Identität nicht verlieren.

Zurzeit ist Pfarrer Kliegel Gast der Pfarrei St. Birgid, in der er viele Gottesdienste feiert. In den zweieinhalb Monaten seines Aufenthaltes möchte er aber auch vielen Menschen „Danke“ sagen, für die oft jahrelange Unterstützung seiner Arbeit, und natürlich neue Spenden sammeln. Und dann sind da noch die fünf Geschwister hier in Deutschland, die ihm wichtig sind. Auch möchte er den Kontakt zur deutschen Kirche pflegen. Auf Einladung von Pfarrer Matthias Struth kam Kliegel zum ersten Mal nach Bierstadt, jetzt ist es schon der vierte Aufenthalt.

Gleich nach der Weihe 1967 stand für Kliegel fest: „Ich wollte weg!“ Der Bischof von Osorno im Süden Chiles, „dort wo das Festland aufhört“, lud den deutschen Theologen ein und der blieb – bis heute. Erst arbeitete Kliegel als Gemeindepfarrer, doch die Not in den Slums und die Chancenlosigkeit der Landjugend bewegten ihn 1976 mit Pater Vinzenz Gottschalk ein Jugenddorf für Jungen aufzubauen. Es folgten ein Dorf für Mädchen und eines für Studenten. Nach 25 Jahren in Chile gründete er die Stiftung Cristo Joven und konzentrierte sich ganz auf die Projekte, die ihm am Herzen lagen. „Als Gemeinschaft aus dem Glauben“ bezeichnet er den Siedlungsbau, den er mit Familien, die in Slums lebten, auf den Weg brachte. „Jeder musste mitarbeiten und zehn Prozent seines Einkommens abgeben. Obwohl alle einen unterschiedlichen Beitrag zahlten, bekamen alle das gleiche Haus“, berichtet Kliegel stolz. Ohne die finanzielle Hilfe aus Deutschland wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen, ebenso wenig wie die Gründung eines musischen Gymnasiums mit fast tausend Schülern. Die Musik, das Theater, der Tanz und die Malerei Lateinamerikas sind Unterrichtsinhalte in allen Fächern. Und jetzt also eine neue Stiftung, die „Fundaçion Creciente“. Finanziert werden soll ein Musikinstitut, in dem Musiklehrer und -erzieher ausgebildet werden. Auch hier geht es um den Erhalt der indigenen Kultur.

„Deutschland ist meine Heimat, doch zuhause bin ich in Chile“, erzählt Kliegel, der als Dank für sein Engagement von der Regierung die chilenische Staatsbürgerschaft erhalten hat. Er beobachtet wie sich in beiden Ländern die Gesellschaften verändern. Auf der Suche nach einem neuen Weg müssten die Menschen aufeinander zugehen und dann eine gemeinsame Welt aufbauen, fordert der Pfarrer.

Wer Pfarrer Kliegels Projekte unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto Spenden überweisen: Peter Kliegel, Deutsche Bank Dillenburg, BIC: DEUTDEDB460, IBAN: DE47 4607 0024 0412 1679 00

Text/Foto: Anne Goerlich-Baumann

Flüchtlinge kochen für Bürger

promi-dinner-2-bie-10750

promi-dinner-3-bie-10750Exotische Gerichte, nette Gespräche und das alles für einen guten Zweck – kein Wunder, dass das Promi Dinner unter Federführung von Pfarrer Frank Schindling und Benedikt Schwaderlapp im neuen großen Saal in St. Birgid Bierstadt gut besucht war. Neu- und Altbürger aßen, lachten und unterhielten sich gemeinsam an dem kurzweiligen Abend.

Die Gerichte wurden von Flüchtlingen zubereitet. Das vielfältige Buffet mit exotischen Gerichten aus Äthiopien und Syrien war so reichlich, dass jeder satt wurde. Freuen durften sich die Gäste über Reis mit Kichererbsen, Fadennudeln, gut gewürzte Soßen, verschiedene Sorten Fleisch, Salate und eine syrischen Süßspeise aus Grieß.

Auch für Unterhaltung war gesorgt; so trug unter anderem Neubürger Salam ein selbstgedichtetes Stück vor, in welchem er deutlich macht, dass Hass und Neid trotz der schlechten Erfahrungen in seinem Leben keinen Platz haben.

promi-dinner-1-bie-10750

Der Erlös der Veranstaltung ist für den gemeinnützigen Verein Lobby Wohnhilfe Wiesbaden e.V. zum Aufbau einer gemeinnützigen Wohngenossenschaft bestimmt.

Text/Fotos: Franzi Schindling

Musikalische Chorvesper

vesper-01-bie-b10684

vesper-02-bie-b10684„Wir in seinen Händen und nur in diesen. Wir wollen nicht in anderen Händen sein, wir wollen nicht aus seinen Händen fallen, wir wollen nicht aus allen Wolken fallen.“ Nachdenklich und besinnlich war die Ökumenische Chorvesper in der Kirche St. Birgid, in der Pfarrer Frank Schindling, Pfarrerin Ursel Albrecht und Gemeindereferent Johannes Mockenhaupt mit eigenen Textbeiträgen Impulse zwischen den Liedern und Musikstücken setzten. Unter der Leitung von Dekanatskantor Thomas Schwarz und Bezirkskantor Roman Bär wirkten die Chorgemeinschaft Cantate Domino, der Posaunenchor Medenbach-Delkenheim, der Chor Jubilate Deo und der St. Birgid Chor sowie die Solistinnen Christine Fürniß und Janina Moeller musikalisch an dem liturgischen Abendgebet mit. Unterstützt wurden sie von einem Kreis professioneller Gastmusiker, angeführt von Szilvia Tóth an der Orgel.

vesper-04-bie-b10684

vesper-03-bie-b10684Musik des 17. Jahrhunderts, insbesondere aus Venedig, wo die Vespern damals sehr prachtvoll gefeiert wurde, und von Heinrich Schütz, der sich als junger Mann in Venedig inspirieren ließ, erklang in der frisch renovierten und voll besetzten Kirche St. Birgid. Zur besinnlichen Atmosphäre trug auch das rot hinterleuchtete St. Birgid-Kreuz bei. Viel Applaus erntete das gelungene ökumenische Gemeinschaftsprojekt am Ende der Vesper. In geselliger Runde mit Getränken und Gesprächen ließen Musiker, Sänger und Zuhörer den Abend gemeinsam im Gemeindesaal ausklingen.

vesper-06-bie-b10684

Text: GB/Fotos: Johannes Mockenhaupt