Zurück von der Romradtour

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romrad-03-b10730Mit dem Rad nach Rom; das macht Lust auf die Ministranten-Romwallfahrt nächsten Sommer, an der auch eine – hoffentlich große – Gruppe an Messdienern aus unserer Pfarrei St. Birgid teilnehmen wird. 18 Tage lang war ich (Enrico Wagner, Gemeindemitglied aus Sonnenberg) auf dem Weg mit dem Fahrrad von Wiesbaden nach Rom. Dabei legte ich insgesamt über 1600 Kilometer im Sattel zurück. Und irgendwie wurde es mit jedem Kilometer leichter… na ja … meistens zumindest, denn der Körper gewöhnt sich tatsächlich mit der Zeit daran, jeden Tag auf den Drahtesel zu „müssen“.

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Meine beiden Mitfahrer Marc und Jonas sind wie ich Theologiestudenten und teilen neben der Leidenschaft zum Radfahren auch das Engagement in der Messdienerarbeit mit mir. Es war nämlich unser Ministranten-Arbeitskreis des Bistum Limburg, durch den wir drei auf die Idee einer solchen Radtour kamen.

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romrad-06-b10730Daher haben wir auch meistens in Pfarrhäusern übernachten können, in denen wir uns mit Pfarrern und Ehrenamtlichen über die kirchliche Jugendarbeit vor Ort und vor allem über die Messdienerarbeit unterhalten und viel gelernt haben. Die Gastfreundschaft, die uns entgegengebracht wurde, hat uns begeistert und sehr dankbar gemacht! So geht Nächstenliebe! Manchmal schliefen wir alternativ im Zelt und eine Nacht im Hostel. Die Fahrt sollte für uns nicht zuletzt auch eine Pilgerreise werden: mit dem Vatikan als Zielort (inklusive Generalaudienz beim Papst), mehreren Heiligen Messen, Abendimpulsen, vielen Kirchen und mit einem täglichen Stempel im Pilgerpass (Stempelsammeln macht Spaß!). Was uns auf dieser Reise alles Spannendes passiert ist, lässt sich in diesem Artikel hier gar nicht aufzählen und kann daher gerne auf unserem Blog www.romradtour.de mit vielen Fotos nachgelesen werden!

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romrad-05-b10730Hier eine kleine Auswahl: gleich am ersten Abend ging der Miltenberger Pfarrvikar mit uns aufs dortige Stadtfest. Im Nördlinger Ries wurde extra für uns eine Messdiener-Runde mit Pizza einberufen. In Landeck (Österreich) zwischen den beiden gut überwindbaren Alpenpässen (Fernpass und Norbertshöhe/Reschen mit 11 spektakulären Kehren) habe ich gemeinsam mit dem Pfarrer Klavier gespielt und er hat uns Risotto gekocht. In der Apfelregion Südtirol, die für ihre Herz-Jesu-Frömmigkeit bekannt ist, schliefen wir passenderweise in der Sonnenberger Straße (ein kleiner Gruß in die Heimat). Im Etschtal gab es einen super gut ausgebauten Radweg, aber Gegenwind. In Verona waren die ersten Reparaturarbeiten am Rad notwendig, doch beeindruckte uns die Stadt von Romeo und Julia genauso wie Bologna, Florenz (wo eine Disko direkt neben unserem Campingplatz das Schlafen verhinderte und nächtliches Sightseeing „ermöglichte“) und viele kleinere italienische Städtchen, zum Beispiel Loiano hoch in den Apenninen. Als besonderer Moment ist auf jeden Fall noch der sonnige Abend in Assisi mit dem Sonnengesang des Heiligen Franziskus zu nennen, nachdem es den ganzen Tag über nur geschüttet und uns ordentlich nass gemacht hatte. Außer diesem negativen Wettererlebnis meinte es Petrus jedoch gut mit uns. Täglich sahen wir zu, wie die Landschaft immer südlich-mediterraner wurde und die Menschen immer weniger Deutsch konnten (und wir kein Italienisch).

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romrad-12-b10730Am letzten Fahrtag ließen wir uns voller Euphorie und Stolz auf den Petersplatz nach Rom rollen. Wir besuchten die Papstaudienz und den Petersdom und spazierten noch durch die „ewige Stadt“, bevor es mit dem Fernbus und Zug zurück in die Heimat ging. Insgesamt waren die drei Wochen mit all den Kilometern und Begegnungen zwar anstrengend, doch auch unglaublich schön und bereichernd. Die Zeit wird uns immer in guter Erinnerung bleiben.

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Text/Fotos: Enrico Wagner

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