Kirchort St. Johannes

 

St-Johannes-01-RAM-S1407In der Lach
65207 Wiesbaden

Telefon: 0 61 22/58 86 70

Heilige Messe: 
– Donnerstag 18.30 Uhr (14-tägig im Wechsel mit St. Elisabeth Auringen)

 

Der Kirchort St. Johannes ist ein wichtiger Baustein unserer Pfarrei. Hier werden donnerstags im 14-tägigen Wechsel mit St. Elisabeth Werktagsmessen gefeiert und auch der AK Jugend trifft sich regelmäßig in den Räumen von St. Johannes. Eine besondere Attraktion ist das Frühlingsfest, zu dem der Förderverein St. Johannes Rambach einmal im Jahr einlädt. Wer Kontakt mit dem Förderverein aufnehmen und ihn unterstützen möchte, erreicht den Vorstand unter der E-Mail-Adresse .

St. Johannes

St-Johannes-02-RAM-S1407Das Kirchlein St. Johannes, das in den 60er-Jahren erbaut wurde, schmiegt sich in Rambach an den Hang und macht mit seinem 18 Meter hohen Glockenturm schon von weitem auf sich aufmerksam. Ein Blickfang sind auch die rautenförmigen Chorfenster, die aus Betonbausteinen gestaltet wurden. Innen fallen in der lichtdurchfluteten Kirche sofort die beiden Kreuzweg-Metallplatten aus dem Atelier Ludwig Becker, Frankfurt, ins Auge. Das blau-weiße Altarkreuz und der quadratische Tabernakel aus der Goldschmiedewerkstatt der Rüdesheimer St. Hildegard-Abtei unterstreichen die moderne Gestaltung des Innenraums.

 

 

Geschichtliches

Rambach wurde 1540-1545 rein evangelisch. Das hing mit der Konfession des Landesherrn, Graf Philipp von Nassau zusammen. Vor der Reformation konnten die Gläubigen in Rambach zur Andacht in die Kapelle auf dem Kirchhügel gehen. Diese brannte 1546 ab.
1872 bekam Sonnenberg eine Vikariatsstelle. Die Ernennung des ersten katholischen Seelsorgers, Pfarrer Schnelting, am 15.Mai 1873 bedeutete dann den Beginn der Eigenständigkeit der katholischen Kirchengemeinde Sonnenberg mit Rambach.
15 Jahre später, am 15. August 1888, wurde der Grundstein der  Pfarrkirche gelegt. Sie ist ein Meisterwerk des Baumeisters Fachinger – Limburg. Am 8. September 1890  erhielt sie am Tage Maria Geburt durch Bischof Dr. Karl Klein von Limburg ihre feierliche Weihe auf den Titel des „Heiligen Herzens Jesu“.
Am 25. Februar 1892 erfolgte die kanonische Errichtung der bisherigen Seelsorgestelle zur Pfarrei Herz Jesu mit den Filialen (Tochtergemeinden) Rambach und Hessloch. Die katholischen Christen aus Rambach mussten die heiligen Messen von da an in Sonnenberg besuchen. Am 12. März 1954 trafen sich etwa 20 Katholiken in der Volksschule in Rambach mit dem Gedanken, eine katholische Kirche vor Ort zu errichten. Es wurde deshalb beschlossen, einen Kapellenbauverein zu gründen, Mitglieder zu werben und Beiträge ab dem 1. April 1954 zu erheben. 50 Pfennig bis zu 5,00 DM pro Monat sollten geleistet werden.
Die Gründung des Kapellenbauvereins fand am 12. April 1956 statt. Der provisorische Vorstand wurde bestätigt. Die Eintragung des Kapellenbauvereins e.V. Wiesbaden Rambach erfolgte am 16. Juli 1956 in das Vereinsregister Nr.805 beim Amtsgericht Abt.21. Nun konnte der Vorstand an die Arbeit gehen und Beschlüsse zur Planung einer Kirche fassen. Zuerst musste ein passender Bauplatz gefunden werden.
Herr Will aus der Schäfergasse in Rambach erwarb für den Kapellenbauverein das Grundstück „In der Laach“ 2672 und  Herr Adolf Frey aus Sonnenberg für die katholische Kirchengemeinde  Wiesbaden Sonnenberg das Grundstück 2673. Am 14. Oktober 1958 wurde der Kauf laut Urkunde des Notars und Rechtsanwaltes Dr. Rudolf Kupfer beurkundet.
Am 15. Februar 1959 begann Pfarrer Heinrich Vad seinen Dienst in der Pfarrei Herz Jesu  – mitten in die weiteren Planungen. Da durch den Tod von Wilhelm Usinger ein neuer Vorstand des Vereins gewählt werden musste, trat die Mitgliederversammlung am 27. Juli 1959 um 21.00 Uhr im Gasthaus „Zur Römerburg“ zusammen. Der neue Pfarrer erklärte, dass das Bistum Limburg nur dann eine finanzielle Hilfe zum Bau  gewähren kann, wenn der Kapellenbau durch die Muttergemeinde in Sonnenberg durchgeführt wird und dieselbe in Zukunft als Bauherrin auftritt. Somit müsss das Grundstück 2672 im Besitz beziehungsweise Eigentum der katholischen Kirchengemeinde Sonnenberg sein.
Der geplante Neubau fand im Bistum Limburg zunächst wenig Begeisterung. Für Planung und Durchführung war die  Architektengemeinschaft Ludwig Ey, Edmund Häußer und Erich Husar verantwortlich. Die Lage des Baugrundstückes ermöglichte es, die Filialkirche mit Platz für 130 Besucher in der Achse der Ortsdurchgangsstraße und somit in der Blickrichtung dieser Hauptverkehrsstraße zu errichten.
Die Baugrundverhältnisse waren äußerst schwierig. Der an der Oberfläche vorhandene steinige Verwitterungslehm musste bis zu vier Metern abgetragen werden, ehe man auf tragfähigen Zeresitgneis stieß. Durch die steile Hanglage wurde die Stellung des Baukörpers wesentlich beeinflusst. So ergab sich eine Orientierung des Altarraumes nach Westen. Es entsteht ein ungeteilter Einraum als Hallenkirche. Der Eingang im Süden und die Sakristei im Norden sind jeweils seitlich angefügt. Durch die Kommunionbank erfährt der Kirchenraum zwischen Altar- und Gemeinderaum eine Zäsur. Das Tageslicht fällt im Altarraum durch ein großflächiges Betonmaßwerkfenster, während die rückwärtige Belichtung durch hochliegende Fenster erreicht wird. Der Baukörper selbst ist ein abgeschrägter Kasten in Stahlbeton.Wegen der tiefen Gründung sind im Untergeschoss des Hauptgebäudes ein Gruppenraum mit Nebenräumen entstanden.
Im ersten Halbjahr des Jahres 1962 wurden die Mauern durch die ausführende Baufirma Terra-Bau-Betriebe, Niederlassung Wiesbaden, hochgezogen.
Die Grundsteinlegung – der Baukörper stand schon –  erfolgte am 23. September 1962 in Anwesenheit von Stadtpfarrer und Dekan Georg Rompel, Wiesbaden, und Pfarrer Heinrich Vad. Sehr viele Menschen nahmen daran teil, um damit ihre Verbundenheit mit dem neuen Gotteshaus zu bekunden. Am 9. Juni 1963, dem Fest der Heiligen Dreifaltigkeit, erfolgte die feierliche Konsegration. Prälat G. Rompel, Wiesbadener Dekan und Stadtpfarrer, benedizierte gemeinsam mit Pfarrer Heinrich Vad die neue Filialkirche von Herz Jesu Sonnenberg in Gedenken an den Evangelisten Johannes zur St. Johannes Kapelle Rambach. Der evangelische Pfarrer Paul Conradi sprach ein Grußwort.
Die Kirchenbänke – 130 Sitzplätze – bezahlte die Rambacher Gemeinde nach einem Beschluss des Kapellenvereins vom 2.August 1962 selbst. Das große Kreuz über dem Altar, der Tabernakel, die Monstranz und der Kelch stammen aus der Klosterwerkstatt der Benediktinerinnen der St. Hildegardis Abtei in Rüdesheim-Eibingen. Gefertigt hat sie die Goldschmiedin Schwester Lucia König. 1963/64 schuf ein Studienfreund von Pfarrer Vad aus dem Atelier Ludwig Becker in Frankfurt einen Metallplatten-Kreuzweg mit drei eindrucksvollen Bildern. Die Weihe erfolgte am 15. März 1964 nach Erlaubnis des Limburger Bischöflichen Ordinariats.
1965 wurde der freistehende, schlanke Glockenturm (Campanile) erstellt. Er ist 18 Meter hoch . Die drei Glocken wurden von der Firma Schilling aus Heidelberg gegossen und sind in der Stimmung dis,fis und gis auf die vier Glocken der Evangelischen Kirche in Rambach im Klang abgestimmt, damit sie auch gemeinsam geläutet werden können. Am 10.Oktober 1965 wurden sie geweiht.1966 spendete eine anonyme Bürgerin Rambachs die 1.10 m große Madonna. Die Orgel hat 6 Register mit 25 Pfeifen. Sie stammt aus der Werkstatt Hillebrand in Hannover. Nach ihrer Aufstellung konnte sie am 25. August 1974 geweiht werden.
Die Räume unter dem Kirchenschiff wurden den Erfordernissen entsprechend ausgebaut, damit die Gemeindegruppen, besonders die Jugendlichen zusammenkommen konnten.
Auch das Kirchenschiff erfuhr manche Veränderungen: neue Bestuhlung, neue Beleuchtung, neue Figuren, Ausbau der Kommunionbank und der Tabernakel wurde versetzt. In einem festlichen Gottesdienst hat Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst am Sonntag, 25. August 2013, den neuen Altar geweiht. Das Gotteshaus in Wiesbaden-Rambach wurde vor 50 Jahren vor den Beschlüssen der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils erbaut. Der neue Altartisch aus rotem Sandstein ist nun in die Mitte des Altarraumes gerückt. So wird deutlich, dass Christus, der in der Feier der Eucharistie gegenwärtig ist, die Mitte des Glaubens ist.
Da es dem Bistum Limburg nicht mehr möglich war, die inzwischen unter Denkmalschutz stehende Kapelle finanziell zu unterhalten, wurde im Juli 2007 der Förderverein St. Johannes Rambach gegründet.