25 Jahre St. Elisabeth

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Kirchort mit vielen lebendigen Steinen

Jubilaeum-01-AUR-S8026Am Tag der Grundsteinlegung für die Kirche St. Elisabeth vor 25 Jahren sei es nass, dreckig und lehmig gewesen, erinnerte sich der damalige Pastoralreferent Thomas Faas in seiner Festpredigt. Doch mittags habe der Regenbogen geschienen und an den Bund mit Gott erinnert. Dunkle Regenwolken sorgten auch bei der Jubiläumsfeier für einen nassen Auftakt, so dass der für draußen geplante Festgottesdienst in die katholische Kirche verlegt wurde. Danach jedoch ließ sich die Sonne blicken und so konnten die Gemeindemitglieder wenigstens das Mittagessen auf dem Platz vor dem Gemeindezentrum einnehmen.

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„So manches braucht seinen guten Grund: Das heutige Fest hat einen“, begrüßte Pfarrer Frank Schindling die Festgemeinde. St. Elisabeth sei ein lebendiges Haus mit spiritueller Strahlkraft. Pfarrer Wolf Michael, der den Gottesdienst mitfeierte, habe damals den Grund erworben, Thomas Faas und Pfarrer Franz Meister hätten dann mit den Gremien etwas darauf aufgebaut, aus dem viele lebendige  Steine hervorgegangen seien.

Jubilaeum-06-AUR-S8026„Wir haben eine Geschichte, die deutlich über die letzten 25 Jahre hinaus geht“, erinnerte Faas an die alte Kirche, die der Gemeinde mit der Zeit aber viel zu klein wurde. In den Grundstein des neuen Gebäudes habe man zwei Zeitungen, Münzen aus der DDR und der BRD, eine Urkunde mit Zeitbezügen und einen Rheingauer Wein eingelassen. Bischof Franz Kamphaus weihte den Altar, indem er das Öl auf ihm verrieb und mit einer Kerze anzündete. „Das war ein richtiges Feuer“, schwärmte Faas. Der Funke sei damals übergesprungen. St. Elisabeth sei ein lebendiges Zentrum für alle geworden. Hier finde jeder seinen Platz.

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Jubilaeum-05-AUR-S8026Von Anfang an dabei und seit 25 Jahren im Einsatz ist Küster Johannes Pretnar. Für sein Engagement überreichten ihm Schindling und Pastoralreferent Michael Sattler die silberne Bistumsmedaille. Der Jubilar dankte der Gemeinde und meinte schmunzelnd: „Ich entschuldige mich bei allen, denen ich auf die Nerven gegangen bin – aber es ging ja nicht um mich, sondern um die gemeinsame Sache.“ Gedankt wurde auch den Sekretärinnen, Elisabeth Einig und ihrer Vorgängerin Renate Felber, die „das freundliche Gesicht der Gemeinde“ seien, so Sattler, der auch Christine Klaus dankte. Seit 2003 engagiert sich die Ortsausschussvorsitzende im Pfarrgemeinderat – erst in St. Elisabeth, dann in St. Birgid.

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Musikalisch gestaltete die junge Musikgruppe der Gemeinde den Gottesdienst. Mit dem Lied „Wenn das Brot, das wir teilen“, das zur Gabenbereitung erklang, erinnerten sie an die Namenspatronin des Kirchorts. Die Orgel spielte Szilvia Tóth.

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Jubilaeum-08-AUR-S8026Nach der Messe feuerten die Männer den Grill an und das Salatbüfett wurde eröffnet. Schnell füllten sich die Tische und Bänke vor dem Gemeindezentrum. Bei den Pfadfindern konnte Stockbrot gebacken werden, im Gruppenraum gab es Dosenwerfen. Viel Arbeit hatte sich der Eine-Welt-Kreis mit seinem Stand gemacht, an dem neben fair gehandelten Lebensmitteln auch Tücher, Kerzen und Schmuck erworben werden Jubilaeum-11-AUR-S8026konnten. An einem Büchertisch durfte gestöbert werden. Später gab es noch Kaffee, Kuchen und frische Waffeln. Unter die Gästeschar hatte sich auch Thomas Weinert, Bezirksreferent im katholischen Stadtbüro, gemischt. Mit auf den Heimweg nahmen sich viele Gemeindemitglieder die Festschrift, die in Wort und Bild einen gelungenen Überblick über die letzten 25 Jahre bietet.

Text/Fotos: GB

 

Die Kraft der Farben

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Kirchennacht-6-AUR-S8026Wer in der Nacht der Kirchen das Gemeindezentrum St. Elisabeth in Auringen besuchen wollte, konnte den Weg nicht verfehlen: Kleine, flackernde Laternen wiesen den Weg zur Kirche und sorgten für einen stimmungsvollen Auftakt der Veranstaltung.  Anlässlich seines Jubiläums, 25 Jahre St. Elisabeth, öffnete der Kirchort einen Abend lang sein Gotteshaus und ermöglichte den Besuchern etwas mehr über die besondere Ausstattung des Kirchenraums zu erfahren.

Kirchennacht-4-AUR-S8026Zwei liturgische Tücher von Eberhard Münch, der 2010 die gesamte Wandgestaltung des Kirchenraums übernahm, stellte Pfarrer i. R. Christoph Wurbs vor. Assoziativ und sehr persönlich waren seine Kommentare und Gedankensprünge. Zunächst befasste er sich mit dem grünen Tuch. Wurbs bat seine Zuhörer den Raum intuitiv wahrzunehmen – ihn mit allen Sinnen zu erleben. Am Ende werde sicher jeder zu der Erkenntnis gelangen: Ein geschmackvoller Raum, so der Geistliche. Doch gehe es um mehr als Dekor, der Kirchenraum habe eine Glaubensaussage. Dann forderte er die Zuhörer auf, das Tuch, das hinter dem Altar an der Wand hing, auf sich wirken zu lassen. Die Meditation begleiteten Silvia Scheuer (Querflöte) und Georg Manten (Orgel) stimmungsvoll mit dem Stück „Greensleeves“. Schon Hildegard von Bingen habe von der Grünkraft, der Schöpferkraft Gottes, gesprochen. Die grüne Seite sei die Seite des Herzens, formulierte Wurbs weiter.

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Kirchennacht-5-AUR-S8026Es folgte eine Umbaupause. Die fleißigen Helfer Martin Harres und Johannes Pretnar wickelten vorsichtig das grüne Tuch ein – und bekamen dabei Unterstützung von Pfarrer i.R. Wolf Michael. Danach wurde das blaue Tuch, mit alle seiner Strahlkraft, die Wand hochgezogen. Auch im zweiten Teil seines Vortrags bat Wurbs, sich auf die Stärke der Farben einzulassen.

Um die Macht der Farben ging es auch im letzten Vortrag an dem Abend. Künstlerin Gisela Tittel lud die Anwesenden ein, mit ihr nach draußen zu gehen und sich im Dunkel die von ihr gestalteten, angestrahlten Elisabeth-Fenster anzusehen. Auf den quadratischen Fenstern sind Stationen aus dem Leben der Heiligen Elisabeth dargestellt. Auch Tittel wählte ausdrucksstarke Farben für ihre Arbeit – Farben, die im  nächtlichen Dunkel Kraft und Wärme ausstrahlten.Kirchennacht-3-AUR-S8026

Fotos/Text: GB