Schlagwort-Archiv: Caritas

Konzert für den Frieden

Konzert-Aeham-DEL-B8328

Dieses Konzert mit dem Pianisten Aeham Ahmad und dem Percussionisten Bergo Ibrahim  soll ein Zeichen gegen den Krieg sein, aber auch der Verständigung zwischen den Geflüchteten und der hiesigen Bevölkerung dienen. Musik eignet sich bekanntermaßen auch ohne Sprachkenntnisse als Brücke zwischen den Völkern und dies ist der Ausgangspunkt, um sich ein
kleines bisschen näher kennen zu lernen. Durch die Aufführung  europäischer und arabischer Lieder und die Präsentation von Gemälden einer jungen Syrerin soll an diesem Abend das Interesse an der jeweils anderen Kultur und den dahinter stehenden Mitmenschen geweckt werden. Außerdem wird ein Einblick in die Flüchtlingsarbeit des Caritasverbandes
und des „Sprachcafés Delkenheim“ gegeben.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Auftakt zur Caritassammlung

Caritas-6-ERB-B7859

Caritas-3-ERB-B7859Den Anderen sehen, ihm helfen und ihn  unterstützen. Darum gehe es in der Caritas, die eine tragende Säule der Kirche sei, erklärte Pawel Meisler vom Pastoralteam im Jugend- und Familiengottesdienst im Gemeindezentrum Maria Aufnahme in Erbenheim. Zum Auftakt der Caritassammelwochen der Pfarrei St. Birgid, stellten sich die Gruppen der Gemeinde vor, die zum weiten Feld der Caritas gehören. In Erbenheim sind dies der Besuchsdienst, die Flüchtlingshilfe, das Sprachcafé, die Cafeteria, das Kirchenbus-Team, der Caritas-Ausschuss und der offene Jugendtreff. Auch eine Flüchtlingsfamilie nahm an dem Gottesdienst teil und betete das Vaterunser in arabischer Sprache mit. Musikalisch gestaltete die Jugendband BON die Feier.

Caritas-5-ERB-B7859

Caritas-7-ERB-B7859Meisler nutzte die Gelegenheit auf ein neues Projekt „Die blaue Wand“ hinzuweisen. Da viele Gemeindemitglieder die Flüchtlinge auch mit Sachspenden unterstützen möchten und es hierzu viele Anfragen gab und gibt, wird im Wechsel in den Kirchorten eine echte Pinnwand aufgestellt, die zum einen aufzeigt, was benötigt wird, auf der zum anderen aber auch Angebote abgegeben werden können. So wird ganz individuell auf den Bedarf reagiert, ohne viel Lagerfläche zu benötigen. In Kürze ist die „Die blaue Wand“ auch auf der Homepage www.st-birgid.de einzusehen, wo sie regelmäßig aktualisiert wird.

Caritas-1-ERB-B7859

Rund 50 Ministranten dienten in dem Jugendgottesdienst, der gleichzeitig Abschluss des MAD Spezial war. Den Tag hatten die Minis mit Pfarrer Frank Schindling, Pawel Meisler und den Messdienerleitern im Rebstockbad verbracht und dabei viel Spaß gehabt. Einmal im Jahr gibt es einen besonderen Mini-Action-Day – eine Dankeschön-Aktion an alle Messdiener, die sich regelmäßig im Gottesdienst engagieren.

Caritas-4-ERB-B7859

Fotos: Johannes Mockenhaupt/Text: Goerlich-Baumann

 

Café zum Anpacken gestartet

Caritasflyer-1-NOR-B7774

Caritasflyer-2-NOR-B7774Viele helfende Hände kamen zum „Café zum Anpacken“, das mit einer großen Eintütaktion der Flyer zur Caritassammlung 2016 startete. Rund 10 000 Info-Briefe wurden von gut 20 Gemeindemitgliedern in Umschläge gesteckt und nach Straßen und Wohngebieten sortiert. Mit dabei waren auch Pfarrer Frank Schindling und Pawel Meisler vom Pastoralteam.

Jetzt werden noch Helfer gesucht, die die Briefe an die Haushalte verteilen, denn je mehr Träger es gibt, umso mehr Porto wird gespart – Geld das an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden kann. Interessierte Austräger können sich die Info-Flyer nach folgenden Gottesdiensten, die unter dem Thema Caritas gefeiert werden, abholen:

Maria Aufnahme Erbenheim: 02.07. um 18 Uhr
Christ König Nordenstadt: 03.07. um 9.30 Uhr
St. Birgid Bierstadt: 03.07. um 11 Uhr
St. Stephan Delkenheim: 09.07. um 18 Uhr
St. Elisabeth Auringen: 10.07. um 9.30 Uhr
Herz Jesu Sonnenberg: 10.07. um 11 Uhr

Nähere Informationen gibt es auch bei Pawel Meisler unter

Caritasflyer-3-NOR-B7774

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Caritas mit einer Spende! Not hat viele Gesichter. Helfen Sie uns die Not in unserer Pfarrei zu lindern! Herzlichen Dank!

Weitere Informationen finden Sie hier: Caritassammlung 2016

Text/Fotos: GB

Ökumenisches Sprachcafé

Donnerstagnachmittags trifft sich eine große Lerngruppe im evangelischen Gemeindehaus. Schüler und Lehrer nehmen sich aber auch die Zeit, miteinander Kaffee zu trinken und das ein oder andere persönliche Gespräch zu führen.

Donnerstagnachmittags trifft sich eine große Lerngruppe im evangelischen Gemeindehaus. Schüler und Lehrer nehmen sich aber auch die Zeit, miteinander Kaffee zu trinken und das ein oder andere persönliche Gespräch zu führen.

„Deutsch zu lernen, ist ganz leicht“, strahlt Yahia Alkhalaf. Er besucht seit drei Monaten das ökumenische Sprachcafé der katholischen Pfarrei St. Birgid und der evangelischen Kirchengemeinde Delkenheim und kann sich schon gut in der neuen Sprache verständigen. Anas Rezzou und Nour Karakaji, ebenfalls syrische Flüchtlinge, lächeln über die Antwort. Sie haben zwar alles verstanden, sind aber noch nicht ganz so weit wie ihr Mitschüler. Doch alle drei haben das gleiche Ziel: Sie wollen so schnell wie möglich Deutsch lernen, um sich danach eine Arbeit zu suchen.

„Ich habe mich gefragt, was machen die Leute, die hierher kommen und nichts zu tun haben?“, erzählt Initiatorin Martina Lotz vom Caritasausschuss der Pfarrei St. Birgid. Oft vergehen Monate, bis die lang ersehnte Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt wird und auch dann gibt es noch Wartelisten für die städtischen Sprachkurse. Als sie in der eigenen und in der evangelischen Gemeinde ihre Idee von einem Sprachcafé in Delkenheim vorstellte, meldeten sich ganz viele Unterstützer. „Ich hatte vorher schon verschiedenen Vereinen und Institutionen meine Hilfe angeboten, aber nur von der Kirche habe ich eine Antwort erhalten“, sagt Thomas Wittich, pensionierter Journalist aus Sonnenberg. „Ich habe schon lange auf so eine Gelegenheit gewartet“, gibt Lehrerin Gertrud Istvan, Frau des evangelischen Pfarrers in Delkenheim, unumwunden zu. Sie hat eine Qualifikation Deutsch als Zweisprache zu unterrichten.

Gemeinsam wird nicht nur Grammatik gebüffelt, sondern auch viel gesprochen.

Gemeinsam wird nicht nur Grammatik gebüffelt, sondern auch viel gesprochen.

Das ökumenische Sprachcafé wird vom Sozialamt finanziell unterstützt. Zwar arbeiten alle Lehrer ehrenamtlich, doch die Lehrmittel stellt die Stadt. Derzeit besuchen acht Flüchtlinge dreimal in der Woche das ökumenische Sprachcafé. Vormittags wird im katholischen Gemeindezentrum St. Stephan gelernt, nachmittags im Gemeindehaus der Protestanten. Rund 15 ehrenamtliche Lehrer sind im Einsatz, eine Unterrichtseinheit dauert anderthalb Stunden. Die Organisation und Koordination liegt in den Händen von Martina Lotz, die auch den Kontakt zur Flüchtlingsunterkunft in Delkenheim hält.

Während Yahia Alkhalaf das Lernen leicht fällt, muss sich Mustafa Abdullah durchkämpfen. Er hat nie Lesen und Schreiben gelernt. Angela Cramer-Weil, seine Lehrerin, musste mit ihm bei null anfangen und lernt mit ihm eisern nach Lehrbuch. Besonders schwer auszusprechen seien die Umlaute und das P, erzählt Peter Öttl, der gemeinsam mit seiner Frau Hildegard im Sprachcafé unterrichtet.

Deutschland sei schön und die Flüchtlinge seien freundlich empfangen worden, sagen die Männer, die über Jordanien und den Libanon aus ihrer Heimat Syrien geflohen sind. Außerdem gebe es hier eine Chance auf Arbeit und die Hoffnung, dass Frauen und Kinder bald nachkommen.

Den Helfern im Sprachcafé geht es aber nicht nur darum, den Flüchtlingen Deutsch beizubringen. Sie möchten ihnen auch das Leben in Wiesbaden zeigen und sie aus der Isolation holen. So hat Angela Cramer-Weil einen Kontakt zum FV Delkenheim hergestellt. Jetzt spielen sechs Syrer bei den Altherren mit. Thoma Wittich wird demnächst eine Stadtführung anbieten und Peter Öttl und Martina Lotz waren mit einer Gruppe Flüchtlinge schon beim Heimspiel des Bundesligisten Mainz 05. Auch die Nachbarn an der Flüchtlingsunterbringung helfen, wenn Not am Mann ist.

Wenn Yahia Alkhalaf demnächst seine Aufenthaltsgenehmigung erhält, wird er schon ganz gut Deutsch sprechen und sich in Wiesbaden auskennen. Er ist dankbar, dass er in Delkenheim so herzlich aufgenommen wurde.

Text/Fotos: Anne Goerlich-Baumann