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Benefiz-Begegnungsabend

Zum Promi-Dinner lädt die Aktion „Die offene Gesellschaft“ unter Federführung von Paulette und Benedikt Schwaderlapp am Freitag, dem 22. September, um 19 Uhr in das Gemeindezentrum St. Birgid, Birgidstraße 2a, ein. Bei dem Benefiz-Begegnungsabend kochen Fluchtmigranten, die vor kurzem Aufnahme in Wiesbaden gefunden haben, für Altbürger. Der Erlös ist für den gemeinnützigen Verein „Lobby Wohnhilfe Wiesbaden“ zum Aufbau einer gemeinnützigen Wohngenossenschaft bestimmt.

Erwachsene zahlen 27 Euro, Kinder von 7 bis 13 Jahre 15 Euro.

Um vorherige Anmeldung unter oder Telefon 910 33 13 wird gebeten.

Ausführliche Informationen finden Sie hier: einladung-promi-dinner

Brief aus Aleppo

Von den Blauen Maristen aus Aleppo erhielt das Ehepaar Maier aus der Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden, einen Brief:

Brief Nr. 29 der Blauen Maristen aus Aleppo vom 15. März 2017
Übersetzung des französischen Originals von P. Jean Debruynne am Ende des Briefes

 Vorsichtiger Optimismus

Am 23. Dezember 2016 fand für die Bewohner von Aleppo der Albtraum ein Ende. An diesem Tag verließ der letzte Konvoi von Rebellen und Terroristen, welche seit Juli 2012 die östlichen und südlichen Stadtteile von Aleppo besetzt hielten, die Stadt. Sie begaben sich unter neutraler Überwachung in die Nachbarprovinz Idlib, die immer noch unter der Kontrolle der Terroristen von Al Nusra steht.

Die Aleppiner waren außer sich vor Freude über die Befreiung ihrer Stadt. Es gab nicht mehr Ost oder West. Aleppo ist wieder das geworden, was es schon immer war, eine einzige Stadt unter Kontrolle des syrischen Staates. Nur 15 000 Einwohner der östlichen Stadtviertel wurden auf eigenen Wunsch zusammen mit den Rebellen nach Idlib evakuiert. Die anderen mehr als 100 000,  welche die unfreiwillige Besetzung erdulden mussten, blieben in Aleppo, einzig und allein, weil sie dort ihren Wohnsitz hatten. Sie haben viel gelitten, sind aber erleichtert nach 4 Jahren Besetzung durch die Terroristen und 3 Monaten Belagerung ihrer Stadtteile durch die syrische Armee. Für die 1,5 Millionen Einwohner der westlichen Stadtteile brachte die Befreiung ein Gefühl der Sicherheit, das sie seit mehr als 4 Jahren verloren hatten: Die Sicherheit, keine Mörsergranaten mehr abzubekommen, keine Gasflaschen, die als Bomben benutzt wurden und auch keine Schüsse von Heckenschützen.

Aber Optimismus mit Vorsicht: Immer noch fallen gelegentlich Bomben auf die äußeren Stadtteile von West-Aleppo, die von Rebellen abgeschossen werden, welche sich in einigen Kilometern Entfernung im westlichen Vorstadtbereich eingenistet haben.

Wie alle Aleppiner besuchten wir die ehemaligen Frontlinien, den historischen Stadtteil Jdeidé,  die Altstadt um die Zitadelle herum und die östlichen und südlichen Stadtteile. Das Ausmaß der Zerstörung übersteigt unsere Vorstellungskraft. In Midane, dem armenischen Stadtteil, in Jdeidé, dem historischen Stadtteil der Christen, in Hanano, in Sukari etc., überall  übertrifft die Wirklichkeit die Vorstellung.

Mit der Befreiung gewinnt die Stadt wieder ein mehr normales, mehr zivilisiertes Aussehen. Alle Straßen – die meisten waren durch Barrikaden oder Mauern aus Felsbrocken während der 4 Kriegsjahre versperrt – wurden für den Verkehr geöffnet. Man sieht sehr viele Fußgänger in den Straßen. Die Menschen bewegen sich gelassen ohne den Tod zu fürchten, der vor der Befreiung überall lauerte.

Der Autoverkehr ist sehr dicht. Die Verkehrsampeln und die Beleuchtung der Kreisverkehrsinseln, die durch Solaranlagen an jeder Kreuzung gespeist werden, funktionieren wieder. Die Müllabfuhr ist wieder in Gang gekommen; die Stadtgärtner sind in den öffentlichen Anlagen und auf den Grünstreifen wieder an der Arbeit. Alle Schulen und die Universität funktionieren normal.

Aber Optimismus mit Vorsicht: Die täglichen Lebensbedingungen bleiben allemal sehr schwierig.

Dieser Winter war sehr kalt. Heizöl war knapp. Und wegen des Ausfalls der Stromversorgung gab es keine Möglichkeit sich bei den niedrigen Temperaturen im Dezember, Januar und Februar zu wärmen.

Wie während der zwei vergangenen Jahre und trotz der Befreiung haben wir immer noch keine Stromversorgung. Wir kaufen den Strom immer noch zu einem teuren Preis von privaten Generatoren, die auf den Gehsteigen unserer schönen Stadt überhand nehmen. Sie verunzieren das Stadtbild mit ihren Kabeln, die überall herumhängen und verschmutzen die Umwelt. Die Behörden haben unermüdlich daran gearbeitet Aleppo mittels Hochspannungsmasten wieder an das staatliche Netz anzuschließen. Es scheint, der Anschluss sei seit einer Woche geglückt. Wir haben täglich eine Stunde lang Strom im Turnus.

Die Versorgung mit fließend Wasser ist immer noch unterbrochen. Während der Besetzung erreichte das Euphrat-Wasser zwar die Wasseraufbereitungsanlage von Aleppo, es wurde aber nicht in das Leitungsnetz eingespeist, weil die Pumpstation in den Händen der Rebellen in Aleppo- Ost war. Seit der Befreiung ist die Pumpstation wieder unter Kontrolle der syrischen Regierung, aber der IS (Islamischer Staat) lässt von der kleinen Stadt Khafsa am Euphrat das Wasser nicht mehr nach Aleppo pumpen. Die syrische Armee ist dabei diese Stadt wieder einzunehmen.

Aber Optimismus mit Vorsicht: In der Zwischenzeit benutzen 1,5 Millionen Aleppiner weiterhin Wasser, meist ohne Trinkwasserqualität, aus 300 Brunnen, die im Stadtgebiet gebohrt wurden. Die Zahl der Darminfektionen hat in letzter Zeit eine Rekordhöhe erreicht.

Manche Flüchtlingsfamilien konnten in ihre Wohnungen zurückkehren, andere müssen wichtige Reparaturen vornehmen. Weitere warten darauf, dass man mit dem Räumen der Minen ihres Stadtteils fertig wird und die Infrastruktur wieder hergestellt wird und schließlich warten manche, deren Häuser total zerstört sind, auf deren Wiederaufbau.

Augenblicklich gibt es viele Projekte zum Wiederaufbau der Stadt. Eine Vielzahl von nationalen und internationalen Organisationen bitten um Genehmigung um sich am Wiederaufbau zu beteiligen:

  • Eine zum Wiederaufbau von 10 Schulen,
  • Eine andere zur Wiederherstellung von 200 Wohnungen,
  • Eine weitere für die Rekonstruktion der Altstadt etc….

Aber Optimismus mit Vorsicht: Noch hat nichts begonnen – wait and see.

Die wirtschaftliche Krise bleibt schlimm. Während 6 Jahren Krieges sind die Menschen infolge von Arbeitslosigkeit und schwindelerregendem Anstieg der Lebenshaltungskosten verarmt. Paradoxe Situation: Die Aleppiner finden keine Arbeit, aber andererseits finden kleine Unternehmen, die sich zaghaft auftun, keine qualifizierten Arbeiter, sei es, dass die Mehrzahl der jungen Leute zur Armee eingezogen ist, um den Militärdienst abzuleisten oder als Reservisten zur Verfügung zu stehen, sei es, dass sie das Land verlassen haben, um unter einem gnädigeren Himmel zu leben. Die Menschen in Aleppo haben heute mehr denn je Hilfe nötig um zu überleben.

In der Zwischenzeit setzt sich der Krieg in Syrien fort unter Beteiligung zahlreicher fremder Streitmächte. Große Gebiete und viele kleine Städte wurden von der Beherrschung durch den IS befreit. Manche stehen jetzt unter Kontrolle des syrischen Staates, andere unter Kontrolle der Kurden, der Türken oder Islamisten.

Seit 2 Monaten gibt es intersyrische Verhandlungen unter Führung von Iran und Russland in Astana/ Kasachstan und ebenso unter Führung der UNO in Genf. Kein Forschritt ist zu Stande gekommen.

Aber Optimismus mit Vorsicht: Eine Liste der Verhandlungspunkte wurde aufgestellt und akzeptiert und das Datum einer weiteren Verhandlungsrunde wurde fixiert.

Keine der Hunderten von Flüchtlingsfamilien, die durch die verschiedenen Programme der Blauen Maristen unterstützt werden, konnte zu ihrem Wohnsitz zurückkehren. Im Gegenteil, wir haben einen Zugang von neuen Vertriebenen, die in den östlichen Stadtteilen wohnten und jetzt bei ihren ehemals vertriebenen Verwandten einziehen. Wir, die Blauen Maristen,  haben weder die Mittel, noch die Befugnis, noch die Aufgabe uns an dem materiellen Wiederaufbau der Stadt zu beteiligen. Hingegen denken wir, dass Wiederaufbau des Menschen erste Rangordnung hat und wir legen im Rahmen unserer Möglichkeiten hierauf unser ganzes Gewicht. Daraufhin haben wir unsere pädagogischen Projekte ausgerichtet und von neuem in Gang gebracht.

Unser Zentrum für Erwachsenenbildung, das „ M.I.T.“, organisiert weiterhin monatlich zwei Seminare, deren Gegenstand auf die Bedürfnisse von Erwachsenen von 20 bis 45 Jahren zugeschnitten ist. Im Februar leitete Frère Georges einen Workshop über das Thema „von der Vergebung zu Versöhnung“, und wir planen angesichts seiner Wichtigkeit demnächst Wiederholungen mit anderen Gruppen.

Wir sind  von der Notwendigkeit überzeugt, dass wir den jungen Erwachsenen helfen müssen Arbeit zu finden um aus dem Teufelskreis herauszukommen:

 Krieg – katastrophale wirtschaftliche Lage – Arbeitslosigkeit – Armut – Sozialhilfe  

oder Auswandern.

Deshalb haben wir Ende 2016 ein Seminar von 100 Stunden über 2 Monate hinweg für junge Leute von 20- 35 Jahren mit dem Thema:“ Wie plane ich mein eigenes Projekt“  organisiert. Zwanzig Teilnehmer haben von Fachleuten gelernt, wie man ein Projekt entwirft, realisiert und voranbringt. Am Ende des Lehrgangs hat die Jury die 4 hinsichtlich Realisierbarkeit, Rentabilität und Erfolgschancen besten Projekte ausgewählt und wir haben sie teilweise finanziert. Angesichts des Erfolgs des Programms haben wir gerade eine zweite Auflage mit 15 Teilnehmern gestartet.

Mehrere Projekte in Bildung und psychologischer Unterstützung wurden vor kurzem begonnen.

„Zuschneiden und Nähen“  ermöglicht etwa 30 Frauen zu nähen und Kleidung für den Bedarf der Familie herzustellen und auch um eine Anstellung in Textilbetrieben zu finden, die neu aufmachen und Arbeiter suchen. Der erste Kurs wird nach 4 Monaten Lehrzeit bald enden, und die Nachfrage weiterer Kandidaten für neue Kurse ist groß. Uns kommt ihre Anwesenheit bei den Nähkursen zugute, indem wir für sie Gelegenheiten zur persönlichen Bildung und psychologischen Unterstützung organisieren.

„Hoffnung“ ist ein Projekt, das darauf abzielt jungen Müttern, die Kinder in der Grundschule haben, eine Fremdsprache zu lehren, Englisch oder Französisch. In der Tat schreibt das Unterrichtsprogramm den Kindern ab der ersten Grundschulklasse das Erlernen einer Fremdsprache vor. Das Unterrichten der Mütter gibt diesen nicht nur eine persönliche Befriedigung, sondern ermöglicht es ihnen auch dem Lehrstoff ihrer Kinder zu folgen.

„Douroub“ nimmt Kinder von 10 bis 11 Jahren auf, die bis jetzt von unseren verschiedenen Angeboten nicht erreicht werden. Mit einer Mannschaft von 3 Betreuern kommen sie zusammen zu Aktivitäten in Bildung und Spiel.

„Kampf gegen Analphabetismus“ läuft auf zwei Niveaus. Das höhere Niveau für die, welche bereits am ersten Kurs von 2 Monaten teilgenommen haben, damit sie das Niveau der dritten Grundschulklasse erreichen, das heißt, Sätze bilden, diese lesen und schreiben. Weiter das Niveau , das mit einer neuen Gruppe von Eltern oder jungen Analphabeten beginnt, um Wörter schreiben und lesen zu lernen.

„Skill School“ mit 75  Heranwachsenden.

 “Lernen erwachsen zu werden“ und „Ich will lernen“ mit 200 Kindern von 3 bis 6 Jahren verfolgen besser denn je ihre sehr schönen Programme zur Erziehung, Unterrichtung und Unterstützung der Jugendlichen und Kinder.

Unsere verschiedenen Hilfsprogramme kommen weiterhin den Vertriebenen und Ärmsten zu Hilfe. „Die Blauen Maristen für die Vertriebenen“  helfen etwa 1000 Familien, christlichen und muslimischen, zu überleben, indem an sie Lebensmittelkörbe und Sanitärkörbe monatlich verteilt werden, dazu Bargeld um „1 Ampère Strom“ bei den privaten Stromerzeugern zu kaufen und monatlich einen Gutschein für Fleisch oder Geflügel. Wir geben den Vertriebenen auch Beihilfe zur Miete ihrer provisorischen Wohnungen.

Das Programm „Zivile Kriegsverwundete“ , durch das über Jahre tausende Verwundete behandelt und gerettet wurden, schwächt sich mit der Befreiung von Aleppo glücklicherweise ab. Aber immer noch behandeln wir, sei es neue Verwundete, die auf eine von den Rebellen hinterlassene Mine getreten sind, oder frühere Verwundete, die eine weitere Behandlung oder chirurgische Eingriffe benötigen.

 Das „Ärztliche Programm der Blauen Maristen“ hat hingegen wegen der Zunahme der Armut, der Arbeitslosigkeit und der Lebenshaltungskosten an Umfang zugenommen. Für mittellose Kranke beteiligen wir uns an den Kosten für chirurgische Eingriffe, Krankenhausaufenthalt oder ganz einfach den Rezept-Kosten (die Arzneimittelpreise sind um 400 % gestiegen), Röntgenaufnahmen, Scans und Laboruntersuchungen.

„Ich habe Durst“ verteilt mit unseren 4 Kleinlastern täglich Wasser an 40- 45 Haushalte. Wegen der Schwierigkeit unser Fahrzeuge an den überall in Aleppo gebohrten Brunnen zu füllen – sie sind von morgens 8 Uhr bis abends 10 Uhr belagert – und dem Zeitverlust bis man zum Zug kommt, haben wir begonnen eigene Brunnen zu bohren. So werden wir unsere Tanks schnell füllen und täglich eine größere Anzahl von Familien versorgen können.

Schließlich verteilt „Ein Tropfen Milch“  seit 23 Monaten  Milch an 3000 Kinder. Dieses für das Heranwachsen und die Entwicklung unserer Kinder wichtige Projekt hat keinen einzigen Tag ausgesetzt trotz der Schwierigkeit der Beschaffung von Milch, besonders der speziellen Säuglingsmilch und der hohen Kosten.

Mit der Befreiung von Aleppo ist trotz unseres vorsichtigen Optimismus unsere Aufgabe noch wichtiger als zuvor. Sie ist enorm. Werden wir physisch, moralisch und finanziell in der Lage sein, diese Herausforderung anzunehmen? Den Vertriebenen zu gegebener Zeit zu helfen nach Hause zurück zu kehren? Den Arbeitslosen eine Arbeit zu finden? Den traumatisierten ihre Wunden zu heilen? Den Verzweifelten Hoffnung geben? Den Kindern ihre Jugend zu leben, die der Krieg ihnen gestohlen hat?  Zu vergeben? Sich auszusöhnen? Werden wir in der Lage sein, die Menschen zu überzeugen, dass sie nicht mehr das Land verlassen sollen? Der Exodus geht weiter und täglich kommen Freunde, Bekannte, Freiwillige, Mitarbeiter, von uns Unterstützte um uns „auf Wiedersehen“ zu sagen, das aber eher einem „lebe wohl“ ähnelt.

Dessen ungeachtet tragen wir unser Engagement weiter. Wir machen uns einen Auszug aus dem schönen Text unseres Freundes P. Jean Debruynne zu Eigen:

Standhaft sein heißt auszuhalten, in ein Stückchen Himmel zu schauen, das grau oder schwarz ist, gehalten in einem Taschentuch, eingesperrt zwischen sehr hohen Mauern;

Standhaft sein heißt nie aufzugeben durch eine kleine Öffnung nach der Sonne zu schauen;

Standhaft sein heißt stur den neuen Tag hinter dem Stacheldraht aufgehen zu sehen;

Standhaft sein heißt die Pflicht ruhig zu bleiben nicht aufzugeben;

Standhaft sein heißt stolz zu sein;

Standhaft sein heißt Intoleranz, Gleichgültigkeit und das Leugnen von Unterschieden abzuwehren;

Standhaft sein heißt nie aufzugeben;

Standhaft sein heißt nie Stillstand zu akzeptieren;

Standhaft sein heißt Verantwortung zu übernehmen;

Standhaft sein heißt vor Gott zu stehen, nicht zu liegen oder zu knien, denn standhaft sein ist erfinden zu lieben.

Wir glauben auch, dass Standhaftigkeit die Hoffnung ist, dass nach dem Tode die Auferstehung folgt – Ostern.

Nabil Antaki

Im Namen der Blauen Maristen

Spendenkonto:
Kath. Pfarrei St. Peter + Paul, Wiesbaden
IBAN: DE70 5105 0015 0128 0349 35
Zweck: Syrien-Spende

Musikalischer Brückenschlag

„Musik für den Frieden“ – ein musikalischer Brückenschlag nach Syrien

Friedenskonzert-DEL (1)-B8489Zu einem außergewöhnlichen Konzert kamen mehr als 180 Zuhörer im  Delkenheimer Gemeindezentrum St. Stephan zusammen, denn nicht nur die darbietenden Künstler, sondern auch viele Anwesende im Publikum hatten ihre Wurzeln im arabischen Raum. Dementsprechend war der Abend eine Hommage an die Flüchtlinge und deren Helfer, verbunden mit dem Appell, in den gegenseitigen Bemühungen um ein friedvolles Zusammenleben nicht nachzulassen.

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Der syrische Pianist Aeham Ahmad und sein an etlichen Schlaginstrumenten agierender ägyptischer Freund Bergo Ibrahim brachten in eindrucksvoller Weise die Gefühle der Geflüchteten zum Ausdruck: die große Liebe zur Heimat und die Sehnsucht nach ihr, die gefahrvolle Flucht über das Meer, die Situation der Palästinenser als Staatenlose oder der Traum von der Zerstörung der Waffen. Besonders berührte ein Lied, in dem ausschließlich die Namen bekannter syrischer Städte aneinander gereiht wurden. Viele davon sind aus den täglichen Nachrichten bekannt, verbunden mit den Bildern von Terror und Gewalt.

Friedenskonzert-DEL (3)-B8489Aber es gab im Konzert auch beschwingte Passagen mit viel Trommeleinsatz und dem sofort einsetzenden rhythmischen Klatschen des Publikums. Dass zudem in Bergo Ibrahim ein überraschend guter Pianist steckt, zeigte dieser bei einem mit Aeham Ahmad gemeinsam vorgetragenen Stück.

Friedenskonzert-DEL (2)-B8489Als sich am Schluss alle an den Händen hielten und in einer Schweigeminute verharrten, war gelungen, was sich Pater Yves Trocheris in seiner Begrüßung wünschte: „Wir wollen ein Zeichen setzen für ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Muslimen, zwischen Deutschen und den Neu-Wiesbadenern aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran.“

Und so schlossen sich an das beeindruckende Konzert noch viele Gespräche im Foyer an. Zudem waren Gemälde und Handarbeiten von vier Flüchtlingen ausgestellt. Die an diesem Abend großzügig eingegangenen Spendengelder werden für die Flüchtlingsarbeit in der Pfarrei St. Birgid eingesetzt.

Text/Fotos: Martina Lotz