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Info des Bistums Limburg
Die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Priesterbruderschaft Pius X. gibt den Mitgliedern des Präsidiums
der Diözesanversammlung des Bistums Limburg Grund zur Sorge. Wir haben höchsten Respekt vor dem Bemühen von Papst
Benedikt XVI. um die Einheit der Kirche. Durch die Aufhebung der Exkommunikation gehören nun jedoch unserer Kirche Bischöfe
an, die zentrale Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen, die Religions- und Gewissensfreiheit ablehnen, eine
antiökumenische Einstellung vertreten und sich nicht nur gegen den interreligiösen Dialog stellen, sondern sogar nach wie
vor antijudaistische und antisemitische Positionen vertreten. Einer der Bischöfe hat seine antisemitische Einstellung
nochmals aktuell durch seine Leugnung der Shoah in der Öffentlichkeit dargelegt.
Die mit dem großherzigen Schritt von Papst Benedikt XVI. verbundene Hoffnung, sein Entgegenkommen würde die Anhänger der
Piusbruderschaft bewegen, ihrerseits einzulenken und sich neben anderem durch die volle Anerkennung der Ergebnisse des
Zweiten Vatikanischen Konzils wieder zurück in die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche zu bewegen,
scheint sich gemäß den neuesten Veröffentlichungen von Mitgliedern der Piusbruderschaft nicht zu erfüllen. Wir sind dankbar
für die Äußerungen von Papst Benedikt XVI., in denen er die Leugnung der Shoah klar verurteilt, seine Solidarität mit dem
jüdischen Volk sowie seine Bereitschaft zur Fortsetzung des christlich-jüdischen Dialogs erklärt, und dass er die volle
Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils als Voraussetzung für die volle Wiedereingliederung in die Kirche bekräftigt
hat. Trotzdem befürchten wir, dass der katholischen Kirche durch diese Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe
Schaden zugefügt wurde, der durch den sehr unglücklich gewählten Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Schrittes noch
erheblich verschärft wurde.
Wir sind dankbar für die Äußerungen, mit denen sich verschiedene deutsche Bischöfe klar gegen die Leugnung des Holocaust
gestellt haben. Insbesondere hat sich Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst für das Bistum Limburg deutlich hinter den
christlich-jüdischen Dialog gestellt. Auf dem Hintergrund, dass dieser Dialog im Bistum Limburg nicht zuletzt durch die
synodalen Gremien maßgeblich unterstützt und auf den Weg gebracht wurde, schließen wir uns seiner Bitte an die
Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Seite an: Führen Sie den Dialog mit der katholischen Kirche fort auch wenn
wir großes Verständnis für Ihre Enttäuschung haben und wissen, dass es für Sie nicht einfach ist, jetzt nicht aus den
Gesprächen auszusteigen! Wir haben größtes Interesse am direkten Gespräch und sind bereit, uns zum Beispiel im Arbeitskreis
Kirche und Synagoge Ihren kritischen Anfragen zu stellen. Wir unterstützen die Äußerungen der katholischen Bischöfe, die
sich deutlich hinter die Beschlüsse des Zweiten Vaticanums gestellt haben und deren Anerkennung als Voraussetzung für die
volle Einheit mit der Kirche bekräftigen. Wir halten es für wichtig, dass die Bereitschaft der katholischen Kirche zum
Dialog mit der Welt und in der Welt auch in ihrem eigenen Handeln sichtbar bleibt.
Limburg, den 4. Februar 2009