| Katholische Pfarrgemeinde St. Birgid Wiesbaden - Bierstadt |
| Pastoraler Raum Wiesbaden Nord-Ost |
In eigener Sache
Am 19. Dezember 2008 habe ich mich durch das Versprechen an die Franziskanische Gemeinschaft gebunden. Bereits als Jugendlicher hat mich die Idee des Heiligen Franziskus in Armut und Entschiedenheit Christus nach zu folgen sehr fasziniert. In der Zeit meines Zivildienstes und meines Studiums habe ich immer wieder Kontakt aufgebaut zu den Franziskanern, um mich selbst zu erproben, ob das Leben in dieser Ordensgemeinschaft nicht am ehesten meiner Berufung zum Priestersein entspricht. Ich stellte fest, dass ich unbedingt Pfarrer werden und damit in die Gemeindeseelsorge gehen möchte. Jetzt wo ich seit über fünf Jahren Pfarrer bin, kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist. Ich bin gerne Gemeindepfarrer und möchte dies auch gerne bleiben.
Dennoch hat mich die Idee nach den Idealen des Heiligen Franziskus zu leben nie ganz losgelassen. Seit ein paar Jahren besuche ich monatlich im Exerzitienhaus in Hofheim eine Gruppe von Gleichgesinnten und erfahre dort im gemeinsamen Gebet und im Austausch eine spirituelle Heimat. Die Anbindung an diese Heimat wollte ich vertiefen und habe vor zwei Jahren die Aufnahme in die Franziskanische Gemeinschaft gefeiert und nun im Dezember durch das Versprechen die endgültige Anbindung.
Die Franziskanische Gemeinschaft ist der Dritte Orden der auf den Heiligen Franziskus von Assisi zurückgeht. Eigentlich wollte Franziskus durch die Entscheidung zu seinem Lebensstil keinen Orden gründen. Es ging ihm darum seine Form zu finden, wie er entschieden Christus nachfolgen kann. Bald schon fanden sich die ersten Brüder, die sich ihm anschlossen. So wurde es notwendig, dass er eine Ordensregel schrieb. Noch zu seinen Lebzeiten bestand die Gemeinschaft aus 30.000 Brüdern. Der Wunsch der Heiligen Klara von Assisi sich den Brüdern anschließen zu können, machte es notwendig, dass es einen zweiten Orden geben musste: dem Frauenzweig in der Franziskanischen Familie. Als Franziskus wiederholt von den Leuten darauf angesprochen wurde, dass sie auch gerne seinem Ideal nachfolgen wollen, aber wegen der Verantwortung zu Ihren Ehepartnern und den Kindern und der Verantwortung zu dem Lebensstand in dem sie sind, es nicht in der Radikalität der Nachfolge des ersten oder des zweiten Ordens konnten, schrieb Franziskus die Drittordensregel. Er gründete einen Dritten Orden für alle, die (in ihrem Stand bleibend - bei und mit den Menschen lebend, die ihnen anvertraut sind) sich dem Vorbild des Heiligen Franziskus in der Nachfolge Christi anschließen wollten.
Die Franziskanische Gemeinschaft (FG) ist dieser Dritte Orden des Heiligen Franziskus. Nach der Befürwortung durch unseren Bischof habe ich mich diesem Dritten Orden angeschlossen. Das bedeutet erst mal keine Veränderung in meiner Lebenssituation. Ich bin weiterhin ein Priester des Bistums Limburg und bin im Gehorsam meinem Bischof gegenüber. Ich werde wie bisher als Pfarrer im Wiesbadener Nordosten tätig sein. Die Veränderung, die sich für mich ergibt ist die spirituelle Verortung in der Franziskanischen Gemeinschaft. Es geht mir darum, selbst einen Ort zu haben, an dem ich mit Schwestern und Brüdern dieser Gemeinschaft eine geistliche Heimat habe.
Eine kleine Veränderung bedeutet dies vielleicht auch für die Gemeinden. Unabhängig davon, dass ich sicherlich durch meine Prägung den ein oder anderen franziskanisch-klarisischen Gedanken in die Gemeindearbeit mit einbringen werde, möchte ich gerne meine franziskanische Beheimatung auch deutlich machen. Ich gehöre nun zu diesem Orden von Schwestern und Brüdern. Ich werde in Zukunft dem Priesterstand in den Orden entsprechend mich selbst als Pater Matthias bezeichnen. Beim Unterschreiben werde ich das Kürzel OFS für Ordo Franziskanus Saekularis hinter meinen Namen setzen. Daher bitte Sie darum, mich künftig so anzusprechen. Sicherlich mag es etwas ungewohnt sein, wenn aus dem Pfarrer Struth der Pater Matthias wird, aber ein Moment des Einübens und das Zurückgreifen auf das gewohnte Sie werden vielleicht dabei helfen.
So grüße ich Sie herzlich und freue mich darauf in gewohnter Weise mit Ihnen in der Nachfolge Christi zu glauben und zu leben.
Ihr Pater Matthias