| Katholische Pfarrgemeinde St. Birgid Wiesbaden - Bierstadt |
| Pastoraler Raum Wiesbaden Nord-Ost |
Chronik
Stand November 2008
Als in der Zeit um Christi Geburt die Römer an den Rhein kamen, kreuzten sich hier zwei
römische Heerstraßen. Die Gegend des heutigen Bierstadt war lebendig. Nur wenige der römischen
Soldaten waren schon Christen. Ehe mit ihnen im Tross kommende Händler aus dem östlichen Mittelmeerraum
waren hier die ersten Glaubensboten. Offiziel war jedoch die christliche Lehre von den römischen
Machthabern verboten. Im laufe der Zeit schwanden die Macht und der Einfluss der römischen
Kaiser. Kaiser Konstantin der Große entschloss sich die Christen zu dulden (Mailänder Edikt
von 313). Die Gläubigen wurden zunächst wohl von den Gemeinden aus den spätrömischen Kastellorten
seelsorgisch betreut. Die früheren römischen Bistümer am Rhein waren mit dem Ende der Römerherrschaft
aufgegeben worden.
Von außen, speziell von den Klöstern in Irland gab es neue Impulse.
Auch von England kamen Mönche und verbreiteten auf dem europäischen Festland das Evangelium.
In Hessen sind die Spuren der iroschottischen Mönche nur wenig gesichert. Wichtiger Anhaltspunkt
ist aber der ursprüngliche Namen Bierstadts, nämlich Birgidesstat.
Vermutlich vom elsässischen Kloster Honau über Mainz kamen iroschottische Mönche hierher und
dürften auch den Grundstein der nun über tausendjährigen, heutigen evangelischen Kirche
gelegt haben. Zu Ehren ihrer Schutzpatronin, der Hl. Brigida von Kildare (Ehrenname "Mary of
the Gael"), benannten sie den Ort Birgidesstat, aus dem sich dann im Laufe der Jahrhunderte
das heutige Bierstadt entwickelt hat. Die Verbundenheit Bierstadts mit ihrer Namensgeberin
zeigt sich in einem Fresko der Hl. Birgid in der Chornische der jetzt evangelischen Kirche sowie
in der katholischen Gemeinde, die seit 1907 wieder existiert und ab 1938 den Namen St. Birgid
Gemeinde trägt.
30 Jahre lang sammelten sich die wenigen Pfarrangehörigen zum Gottesdiens in provisorischen Unterkünften
in Privathäusern bzw. einer Notkirche auf dem jetzigen Grundstück. Doch die Gemeinde wuchs und damit
der Wunsch nach einer richtigen Kirche. Trotz der schwierigen Zeitumstände konnte 1938 der Bau begonnen
und am 19. April 1939 mit der feierlichen Benediktion der Gemeinde übergeben werden. Die Kirche wurde
aus Sonnenberger Bruchsteinen im Stil einer ottonischen Saalkirche nach Plänen des
Diözesanbaumeisters Fritz Johannbroer errichtet. Eine erste Renovierung 1948 beseitigte die
schweren Kriegsschäden. Die Weihe der Kirche erfolgte am 2. Mai 1948. 1953 wurde eine erste erweiterung nötig,
die 1963 auf die heutige Größe nach Plänen von Paul Johannbroer begann. 1987 erhielt der Altarraum seine jetzige Gestalt,
den liturgischen Bedürfnissen des II. Vaticanums entsprechend. 1998 wurde mit dem Bau der Halle und
Behinderten-Aufzugs begonnen, so dass die Kirche und die Gemeinderäume barrierefrei zu erreichen sind.
(Nach Festschrift zur 100 Jahren St. Birgid, gekürzt)