Pandemie beeinträchtigt kirchliches Leben massiv

Bistum Limburg veröffentlicht Kirchliche Statistik für das Jahr 2020

Gottesdienste konnten nicht gefeiert, Angebote von Seelsorge nicht wie gewohnt organisiert werden: Die Corona-Pandemie hat das kirchliche Leben im vergangenen Jahr massiv beeinträchtigt. Neben dem langfristigen Trend einer zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft schlägt sich das auch in der Kirchlichen Statistik 2020 nieder, die das Bistum Limburg am Mittwoch, 14. Juli, veröffentlicht hat. So sank die Zahl der Gottesdienstbesuchenden im Bistum von 51.131 im Jahr 2019 auf 33.554 Personen. Der Anteil der Gottesdienstbesucher unter allen Katholikinnen und Katholiken fiel von 8,6 auf 5,8 Prozent.

Einbruch bei Sakramenten

Weil viele Angebote und Gottesdienste ersatzlos gestrichen werden mussten, macht sich die Pandemie auch bei den Sakramenten und Kasualien bemerkbar. 2020 wurden im Bistum 2.078 Personen getauft (2019: 3.545). Die Zahl der Personen, die die Erstkommunion empfingen, sank von 4.473 im Jahr 2019 auf 3.441, gefirmt wurden 2.316 Menschen (2019: 3190).  237 Paare spendeten sich das Ehesakrament (2019: 904). Bestattet wurden 5.902 Personen (2019: 6.173). 47 Christinnen und Christen traten zur katholischen Kirche über (2019: 68), 208 Menschen traten wieder in die Kirche ein (2019: 225).

Zahl der Kirchenaustritte bleibt hoch

Zum Bistum Limburg, das Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz umfasst, gehörten laut der Statistik 2020 579.687 Katholikinnen und Katholiken – das sind etwa 13.000 Personen weniger als 2019. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung sank auf 23 Prozent. Der Rückgang betrifft auch die Zahl der Katholikinnen und Katholiken ohne deutschen Pass, von denen viele in den international geprägten Gemeinden anderer Muttersprache im Bistum beheimatet sind. Zu ihnen zählten 2020 noch 96.252 Personen und damit etwa 2.000 Menschen weniger als noch 2019 mit 98.159. 2020 erklärten zudem 8.192 Personen den Austritt aus der Kirche. Das entspricht einem Rückgang um etwa 1.200 Personen im Vergleich zum vergangenen Jahr (2019: 9.439 Menschen).

Zuversichtlich und hoffnungsvoll bleiben

„Die Corona-Pandemie hat das kirchliche Leben im Bistum stark beeinträchtigt. Persönlicher Austausch, Begegnung und Seelsorge waren nur unter erschwerten Bedingungen möglich“, erklärt Bischof Dr. Georg Bätzing. Durch die Pandemie habe die Erosion kirchlichen Lebens der vergangenen Jahre nochmals drastisch zugenommen. „In dieser für die Kirche und die Gesellschaft schwierigen Pandemie-Zeit gilt es für uns Christen, aus dem Glauben heraus zuversichtlich und hoffnungsvoll zu bleiben“, sagt der Limburger Bischof. „Resignation und innere Abschottung sind keine Lösungen für die Herausforderungen, die vor uns liegen.“ Nötig seien neben mutigen Veränderungen in der Kirche auch Christinnen und Christen, die ihren Glauben entschieden lebten und anderen so zeigten, wie wertvoll und relevant der Glaube für das persönliche Leben sein kann. „Ich bin überzeugt: Die vielen Angebote kirchlichen Lebens, der unermüdliche Einsatz von Ehrenamtlichen, unsere katholischen Kindertagesstätten und Schulen, Bildungswerke und Akademien, eine nach wie vor einsatzfreudige und engagierte Jugendarbeit und vieles mehr, was von Christinnen und Christen jeden Tag geleistet wird, sind beredte Zeugnisse dafür, wie lebendig Kirche ist.“

Wie entwickelt sich das kirchliche Leben vor Ort in den jeweiligen Pfarreien? Der Limburger Bistumsatlas, eine interaktive Karte, veranschaulicht das kirchliche Leben mit Zahlen. Sie finden den Atlas unter https://limburg.bistumsatlas.de/statistik/

Text: Bistum Limburg