Schlagwort-Archive: Minis&Jugend

Ein halbes Jahr Jerusalem

Mein Freiwilligendienst mit Pilgern im Heiligen Land

Grabeskirche und Felsendom

Grabeskirche und Felsendom

Liebe Gemeindemitglieder von St. Birgid,

aus der ganzen Welt kommen Pilger*innen nach Jerusalem. Auch ich habe mich im Januar dorthin aufgemacht, aber nicht (nur) als Pilger…

Enrico Wagner vor der Dormitio

Enrico Wagner vor der Dormitio

Lange war ich, Enrico Wagner aus Sonnenberg, in der Jugendarbeit von Herz Jesu und in der Pfarrei St. Birgid Wiesbaden aktiv; Messdiener, Jugendsprecher, Firmkatechet, Mitglied der Band BON. Nach dem Ende meines Theologiestudiums an der Uni Mainz letztes Jahr habe ich mich für ein sechsmonatiges Volontariat in Jerusalem entschieden, bevor ich im September eine Stelle als Pastoralassistent im Bistum Limburg antreten werde.

Während meines Freiwilligendienstes arbeite ich vor allem in der Cafeteria und im Souvenirladen der Dormitioabtei (manchmal bin ich auch in der Sakristei oder der Bibliothek eingesetzt) und begegne dabei tausenden Pilgern aus aller Welt. Da wird es nie langweilig! Das deutschsprachige Benediktinerkloster liegt auf dem Zionsberg im Herzen dieser verrückten, vielseitigen, heiligen Stadt und bildet den Mittelpunkt meines halben Jahres im Heiligen Land.

Dormitioabtei und Stadtmauer

Dormitioabtei und Stadtmauer

 In der Krypta der Kirche liegt eine Figur der entschlafenen Maria (Dormitio = Entschlafung), denn von hier aus soll die Gottesmutter nach katholischer Tradition im Kreise der Jünger Jesu in den Himmel aufgenommen worden sein (an dieser Stelle sende ich Grüße nach Maria Aufnahme ERB). Direkt gegenüber von unserer Dormitio liegt der Saal des Letzten Abendmahls, in dem auch das Pfingstereignis verortet wird. Auch zur Grabeskirche, dem Ort von Tod und Auferstehung Christi ist es nicht weit. Doch mit diesen zentralen Heiligen Stätten der verschiedensten christlichen Konfessionen ist es noch nicht genug, denn in Jerusalem befinden sich auch die Klagemauer der Juden und die muslimischen Heiligtümer (Felsendom und Al Aqsa-Moschee) auf dem Tempelberg. Ich habe hier mit der Zeit gemerkt: die Heiligen Orte alleine machen nicht heilig. Vielmehr müssen wir Gott und seiner Schöpfung einen Ort in unserem Herzen geben.

Immer wieder erfahre ich hier die faszinierende Vielfalt der Religionen. Es ist wahrhaftig ein „Heiliges Chaos“ zwischen Kippa, Kopftuch, Sonnenhut und Ordensgewand.

Im Garten Getsemani

Im Garten Getsemani

An freien Tagen reise ich gelegentlich durchs Land; im Frühjahr grün und blühend, im Sommer verdorrt zwischen Mittelmeer und Judäischer Wüste. Das Passieren der Checkpoints an der Grenze zu den Palästinensischen Gebieten ist hierbei eines der vielen sichtbaren Zeichen des Konflikts. Im Alltag wissen viele Einheimische die Probleme zu ignorieren, der Tourismus im Heiligen Land boomt, doch trotz alldem ist die Lage zwischen Israelis und Palästinensern festgefahren. Ich wünsche mir Frieden für diesen so schönen Flecken Erde, doch die Gegner dieses Friedens sind stark!

Ein großer Höhepunkt meines Volontariats waren die Kar- und Ostertage, in denen die Stadt besonders voll war, denn die Feierlichkeiten fielen dieses Jahr mit dem jüdischen Pessachfest zusammen. Es war etwas ganz besonderes für mich, diese so zentralen Inhalte unseres christlichen Glaubens an Ort und Stelle zu feiern!

Armenische Jakobskathedrale

Armenische Jakobskathedrale

Ich genieße die Zeit mit den anderen Volontärinnen, den Mönchen der Abtei und den Studierenden des Theologischen Studienjahrs der Dormitio, das an Ostern zu Ende gegangen ist. Es ist ein unglaublich bereichernder Aufenthalt für mich hier! Dennoch freue ich mich auch, ab Juli wieder im Rhein-Main-Gebiet zu sein.

Herzliche Grüße aus Jerusalem!

Ihr und Euer Enrico Wagner

Flohmarkt for Future und Namibia

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Hochbetrieb herrschte vier Tage lang in St. Birgid Bierstadt rund um das Gemeindezentrum und das Kinder- und Jugendhaus. Die Pfadfinder und Messdiener der Pfarrei nahmen an der 72-Stunden-Aktion, der bundesweit größten Sozialaktion, teil. Während die Pfadfinder öffentliche Bücherschränke für Wiesbaden zusammenbauten – einer befindet sich in der Birgidstraße 2a vor dem Gemeindezentrum -, setzten sich die Messdiener und Pfarrer Frank Schindling mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander und organisierten einen „Flohmarkt for Future“ zugunsten des Namibia-Projekts der Pfarrei.

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72-stunden-6-bie-b14357Zur Auftaktveranstaltung kamen Kinder und Jugendliche aus Wiesbaden, dem Untertaunus, Taunus und Rheingau nach St. Birgid Bierstadt. Um 17.07 Uhr erhielt jede Gruppe einen Umschlag, der den jeweiligen Arbeitsauftrag für die nächsten 72 Stunden enthielt. „Beim Brainstorming hatten unsere Messdiener unglaublich viele Ideen“, berichtete Pawel Meisler vom Pastoralteam und so wurden gleich mehrere Aktionen zu den Themen Nachhaltigkeit und Benefiz gestartet.

72-stunden-4-bie-b14357Ein „Flohmarkt for Future“ lud am Samstag und Sonntag im großen Gemeindesaal zum Stöbern ein. Zudem wurden von den Minis upgecycelte Gegenstände verkauft – etwa Portemonnaies aus Tetra-Pack, Magnetwände aus Kronkorken oder sich selbstbewässernde Blumentöpfe mit einer Überraschungssaat. Auch Fairtrade-Produkte wurden angeboten. Zudem hatte die Info-Gruppe viele Plakate mit praktischen Umwelttipps gestaltet.

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Auch das Essen und die Getränke, die beim Flohmarkt angeboten wurden, setzten ein Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit. Supermärkte, Bäcker und Bauern spendeten reichlich Lebensmittel, die nach Ladenschluss nicht mehr angeboten werden sollten oder für den Verkauf nicht geeignet waren. So wurde aus Kartoffeln, die zu klein waren, eine Kartoffelsuppe gekocht, aus Erdbeeren erfrischende Smoothies bereitet und Pizza-Brötchen gebacken.

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Doch vor allem informierten sich die Messdiener darüber, wie sie die Schöpfung bewahren können, so dass nachfolgende Generationen noch eine bewohnbare Erde vorfinden werden. Ihre Ergebnisse präsentierten die Minis sonntags im Gottesdienst in der Pfarrkirche. „Wir haben uns informiert, wie wir unsere Erde gemeinsam zu einem Planeten machen können, auf dem unsere Kinder und unsere Enkel auch noch gerne leben möchten. Und jetzt stehen wir hier, um unser Wissen mit euch zu teilen“, sagte Messdienerin Franzi Schindling im Gottesdienst.

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Insgesamt haben die Messdiener im Rahmen der 72-Stunden-Aktion 2740 Euro ersammelt, die für das Marienheim Hostel, in dem überwiegend Waisenkinder leben, bestimmt sind. Der Flohmarkt im Bierstadter Gemeindezentrum öffnet noch einmal an Pfingstmontag, dem 10. Juni, nach dem 11-Uhr-Gottesdienst. Auch dann sind alle Einnahmen für das Namibia-Projekt bestimmt.

Text: Franzi Schindling und Anne Goerlich-Baumann/Fotos: Eva-Maria Brenneisen und Frank Schindling

Singen, beten und schweigen – wie in Taizé

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taize-4-erb-b14213In stimmungsvollen Kerzenschein getaucht war das Gemeindezentrum Maria Aufnahme Erbenheim beim Taizé-Gottesdienst der Pfarrei St. Birgid – zur besonderen Atmosphäre trugen die originalen Taizé-Kerzen bei, die die Jugendlichen und Pfarrer Frank Schindling erstmals aus Frankreich mitgebracht hatten. Im bis auf den letzten Platz besetzten Gemeindezentrum Maria Aufnahme Erbenheim wurde gemeinsam gesungen, gebetet und geschwiegen. 

Um die Internationalität Taizés abzubilden wurde der Gottesdienst mehrsprachig gefeiert. Pater Johannes Wilhelmi verlas das Evangelium auf Deutsch, Pfarrer Schindling auf Englisch, Abbé Thierry Rugira in seiner ruandischen Muttersprache und Pater Yves Trocheris, der extra für die Feier aus Paris angereist war, auf Französisch. Auch die Fürbitten wurden mehrsprachig – darunter Polnisch – vorgetragen.

Dank der musikalischen Unterstützung von Bezirkskantor Roman Bär, Sänger Johannes Püschel und einigen Chormitgliedern erklangen die eingängigen Taizé-Gesänge zum Teil mehrstimmig.

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taize-3-erb-b14213„Wenn du in Taizé jemanden angelächelt hast, kam direkt ein Lächeln zurück – egal wer du bist und wo du herkommst“, berichtete ein Jugendlicher von der Glaubensfahrt. Eine Mitreisende beeindruckten die international besetzten Bibelgruppen, dort konnte man sich über Gott und im wahrsten Sinne des Wortes die Welt unterhalten. Sehr viele Jugendliche waren zu dem Gottesdienst nach Erbenheim gekommen und hatten auf dem Boden im Altarraum Platz genommen. „Ihr seid ein Segen für uns“, sagte Schindling zu den jungen Leuten. Auch ohne Firmkurs habe es in diesem Jahr rund 40 Jugendliche der Pfarrei nach Taizé gezogen, freute sich der Pfarrer über die große Resonanz der Fahrt.

Die Kollekte war für das Marienheim Hostel in Namibia, in dem vor allem Waisenkinder untergebracht sind, bestimmt – ein Projekt, das von der Pfarrjugend ins Leben gerufen wurde. Im Anschluss lud der Arbeitskreis Jugend noch zu einem Empfang ins Foyer ein.

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Text: Anne Goerlich-Baumann/Fotos: Lioba Czichos

Irische Lebensfreude im Patrick´s Pub

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Der irische Bischof Patrick ist nicht nur der Schutzpatron der grünen Insel sondern auch des Kinder- und Jugendhauses der Pfarrei St. Birgid in Bierstadt. Und so wurde dort der urige Pub anlässlich des St. Patrick´s Day ganz in Grün getaucht. Wer bei der fröhlichen Party dabei sein wollte, musste grüne Klamotten tragen. Das Bier war zwar nicht grün eingefärbt aber dafür das Essen: Auf den Tisch kamen Thai-Curry, grüne Bandnudeln und Spirelli mit Bärlauch-Pesto. Und auch das Nachtischbüfett erstrahlte in der Farbe frischen Klees.

Danach wurde im gut gefüllten Pub getanzt und gesungen. Die Band Physematix spielte Irish Folk – und damit genau die richtige Musik am richtigen Ort. Schnell kochte die Stimmung und irische Lebensfreude machte sich unter den Jugendlichen breit.

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Wer auch einmal „Pub-Stimmung pur“ erleben möchte, ist herzlich zum Paddy´s Open am Freitag, dem 12. April, ab 19 Uhr in das Kinder- und Jugendhaus eingeladen. Dann öffnet der Pub für alle Gemeindemitglieder. Und der Besuch lohnt sich gleich dreifach: Pfarrer Frank Schindling kocht ein leckeres Menu, viele nette Gäste werden erwartet und die Band Physematix spielt Folk.

Text: Anne Goerlich-Baumann/Fotos: Frank Schindling

30 Jahre Fastnachtfreizeit

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2017

2017

Sie wechseln jedes Jahr ihre Identität, sind eine eingeschworene Gemeinschaft und reisten schon durch die Zeit. Wer hier mitmacht, ist cleverer als Sherlock Holmes, heldenhafter als die Ritter der Tafelrunde und unerschrockener als jede Piratenbande – nein, hier ist nicht die Rede von einer geheimen Bruderschaft der Pfarrei St. Birgid, sondern – ganz im Gegenteil – von einer unternehmungslustigen, aufgeschlossenen Gemeindegruppe: Das Team der Fastnachtfreizeit lädt seit 30 Jahren an den Karnevalstagen Kinder von 7 bis 14 zu einer abenteuerlichen Unternehmung ein. Bislang ging es alljährlich ins Kloster Arnstein, ausgerechnet im Jubiläumsjahr führte die Freizeit erstmals zur Burg Waldeck bei Dommershausen. Und so herrschte neben der Freude über das Jubiläum auch ein wenig Wehmut darüber, dass das Kloster Arnstein im letzten Jahr geschlossen wurde.

2008

2008

An Ideen mangelt es dem Betreuerteam, von denen einige wie das Geschwisterpaar Anna und Jonathan Einig schon vor über 25 Jahren als Kinder mitgefahren sind, nicht. „Ich weiß gar nicht, was Fastnacht ist“, erzählt Jonathan Einig lachend. Jede Fahrt steht unter einem neuen Motto, das mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wird. An Ideen mangelt es nicht – eher im Gegenteil: Meist muss das rund 20-köpfige Betreuerteam darüber abstimmen, welcher Vorschlag genommen wird. So gab es schon die Themen Märchen, Harry Potter, der Hobbit, die Iluminati, Alice im Wunderland und jetzt im Jubiläumsjahr Vampire.

2018

2018

Ins Leben gerufen haben die Fastnachtfreizeit die damalige Bierstadter Gemeindereferentin Gisela Gärtner und Gabriele Wassenich-Gerlitzki mit einer Gruppe engagierter Jugendlicher. Die erste Fahrt fand unter dem Motto „Länderspiele“ statt. Gärtner, die immer gekocht hat, hatte sich auch bei den Mahlzeiten ganz auf das Thema eingestellt. „Als ich asiatisch gekocht habe, standen auf einmal die Klosterleute in der Küche und meinten, es rieche so gut. Bei den Kindern kam das Essen dann aber gar nicht so gut an“, erinnert sich Gärtner schmunzelnd. Dafür waren ihre selbstgebackenen Kreppel immer ein Renner. Am Ende der ersten Fahrt gab es sogar ein Feuerwerk.

2015

2015

Für Aufregung sorgte einmal eine Gruppe Teilnehmer, die sich bei einer Nachtwanderung im Wald verlaufen hatte. „Und dabei war der Leiter auch noch Pfadfinder“, so Gärtner. Zum Glück fand alles ein gutes Ende. Auch als bei der Abfahrt nach Arnstein einmal kein Bus kam, gelang es dem Team innerhalb von zwei Stunden einen neuen zu organisieren.

2016

2016

Nun beginnt nach 30 Jahren also ein Neuanfang: Erstmals ging es zur Burg Waldeck. Dort tauchten alle in die Welt der Vampire ein und erlebten wieder ein spannendes Abenteuer. Im nächsten Jahr geht es dann mit neuer Identität weiter…

Text: Anne Goerlich-Baumann/Fotos: Fastnachtfreizeitteam und Anne Goerlich-Baumann