Schlagwort-Archive: Spirituelles

Für den Geist Gottes entbrannt

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pfingsten-03-bie-b14434 „Lass zu deinem Zweifel nun auch den Mut in deinen Sinn. Menschen in ihrer Vielfalt sind unsere Stärke, unser Gewinn“, der Geist Gottes war bei jedem Takt, der im ökumenischen Gottesdienst an Pfingstmontag in St. Birgid erklang, zu spüren. Die Sankt Birgid Gospel Voices und ihr Leiter Roman Bär steckten mit ihrer Begeisterung für den Rhythmus und die Spiritualität des Gospels die Gemeinde an, die eifrig mitsang und -klatschte. „Da kommt was rüber“, kommentierte auch Pfarrer Frank Schindling, die sehr lebendige musikalische Gestaltung der Feier.

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pfingsten-01-bie-b14434An Pfingsten blicke man auf die  Geburtsstunde der Kirche zurück. Damals sei eine neue Gemeinschaft entstanden, deren Geist und Feuer auch heute noch in allen Christen brennen sollte. Deshalb müsse man sich trauen, etwas zu tun – manchmal auch in kleinen Schritten. Im Glauben, in der Ökumene gehe es eben nicht um „entweder oder“ sondern um ein „sowohl als auch“, predigten im Wechsel der evangelische Pfarrer, Andreas Friede-Majewski, und seine katholischen Kollegen, Gemeindereferentin Eva-Maria Brenneisen und Pfarrer Frank Schindling. Als sichtbares Zeichen, das der Geist zusammenführt, wurde gesegnetes Brot im Gottesdienst geteilt.

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Im Anschluss hatte der Bierstadter Ortsausschuss zum Empfang eingeladen und die Jugendlichen öffneten noch einmal den Flohmarkt im großen Gemeindesaal, dessen Einnahmen für das Namibia-Projekt der Pfarreijugend bestimmt sind.

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Text/Fotos: Anne Goerlich-Baumann

Bergmesse erstmals auf der Fichter

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„Schön hier, oder?“, begrüßte Pfarrer Frank Schindling die St-Birgid-Gemeinde an Christi Himmelfahrt erstmals auf dem Fichter Kerbegelände in Bierstadt. Dass der neue Platz gut an kam, zeigte sich auch daran, dass immer noch Bänke geholt und aufgebaut werden mussten, um allen einen Sitzplatz zu ermöglichen. Auch die Schar der Messdiener war groß, so dass einige ohne Gewand einziehen mussten.

Wenn man sich an einem neuen Ort treffe, müsse man wissen, wo es hingehe, predigte Schindling. Wer den Kurs verliere, brauche einen Kompass oder eine Karte zur Orientierung. „Jesus zeigt uns, wo es lang geht“, so der Pfarrer. Der Weg zu Christus führe über die Menschen. So habe auch der heilige Christophorus zu Gott gefunden, indem er Menschen auf seinen Schultern über einen gefährlichen Fluss trug und damit Christus selbst. „Dieser Christus will mich tragen und ich trage ihn. Das ist die richtige Richtung“, sagte Schindling. Im Anschluss segnete er mehrere hundert Christophorus-Plaketten, die dann von den Messdienern an die Gottesdienstbesucher verteilt wurden.

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Die kleinen Gemeindemitglieder nahmen derweil am begleitenden Kinderwortgottesdienst mit Bettina Tönnesen-Hoffmann und Miriam Gies vom Pastoralteam teil. Auch sie hörten sich die Christi-Himmelfahrt-Erzählung an, dann malten sie einen besonders schönen, himmlischen Moment auf.

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Im Anschluss an den Gottesdienst, den die Jugendband BON musikalisch gestaltete und der von Volker Teske technisch betreut wurde, blieben fast alle noch zum Mittagessen beisammen und genossen das schöne Wetter. Die Ortsausschussmitglieder schenkten Getränke aus, feuerten den Grill an und verteilten das Essen. Die Kinder tobten auf der riesigen Hüpfburg. Der Eine-Welt-Kreis bot fair gehandelte Produkte an und erstmals stellte  sich die AG Ökologie mit einem eigenen Stand der Gemeinde vor.

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Ein herzliches Dankeschön allen, die zum Gelingen der Bergmesse beigetragen haben, allen voran der Fichter Kerbegesellschaft!

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Text/Fotos: Anne Goerlich-Baumann

Singen, beten und schweigen – wie in Taizé

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taize-4-erb-b14213In stimmungsvollen Kerzenschein getaucht war das Gemeindezentrum Maria Aufnahme Erbenheim beim Taizé-Gottesdienst der Pfarrei St. Birgid – zur besonderen Atmosphäre trugen die originalen Taizé-Kerzen bei, die die Jugendlichen und Pfarrer Frank Schindling erstmals aus Frankreich mitgebracht hatten. Im bis auf den letzten Platz besetzten Gemeindezentrum Maria Aufnahme Erbenheim wurde gemeinsam gesungen, gebetet und geschwiegen. 

Um die Internationalität Taizés abzubilden wurde der Gottesdienst mehrsprachig gefeiert. Pater Johannes Wilhelmi verlas das Evangelium auf Deutsch, Pfarrer Schindling auf Englisch, Abbé Thierry Rugira in seiner ruandischen Muttersprache und Pater Yves Trocheris, der extra für die Feier aus Paris angereist war, auf Französisch. Auch die Fürbitten wurden mehrsprachig – darunter Polnisch – vorgetragen.

Dank der musikalischen Unterstützung von Bezirkskantor Roman Bär, Sänger Johannes Püschel und einigen Chormitgliedern erklangen die eingängigen Taizé-Gesänge zum Teil mehrstimmig.

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taize-3-erb-b14213„Wenn du in Taizé jemanden angelächelt hast, kam direkt ein Lächeln zurück – egal wer du bist und wo du herkommst“, berichtete ein Jugendlicher von der Glaubensfahrt. Eine Mitreisende beeindruckten die international besetzten Bibelgruppen, dort konnte man sich über Gott und im wahrsten Sinne des Wortes die Welt unterhalten. Sehr viele Jugendliche waren zu dem Gottesdienst nach Erbenheim gekommen und hatten auf dem Boden im Altarraum Platz genommen. „Ihr seid ein Segen für uns“, sagte Schindling zu den jungen Leuten. Auch ohne Firmkurs habe es in diesem Jahr rund 40 Jugendliche der Pfarrei nach Taizé gezogen, freute sich der Pfarrer über die große Resonanz der Fahrt.

Die Kollekte war für das Marienheim Hostel in Namibia, in dem vor allem Waisenkinder untergebracht sind, bestimmt – ein Projekt, das von der Pfarrjugend ins Leben gerufen wurde. Im Anschluss lud der Arbeitskreis Jugend noch zu einem Empfang ins Foyer ein.

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Text: Anne Goerlich-Baumann/Fotos: Lioba Czichos

Kommt, alles ist bereit! – Weltgebetstag in St. Stephan

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wgt-10-del-b13699„Eingeladen zum Fest des Glaubens“ sangen rund 70 Frauen zu Beginn des ökumenischen Gottesdienstes zum Weltgebetstag in St. Stephan Delkenheim. Katholikinnen und Protestantinnen aus dem ganzen Ländchen waren zusammengekommen, um – wie viele Gläubigen  weltweit –  gemeinsam für Schwache, Hilfebedürftige und Notleidende zu beten. Unter dem Thema „Kommt, alles ist bereit!“ hatten slowenische Frauen die Liturgie des Gottesdienstes vorbereitet.

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Mit den Worten „Dober dan!“ (slowenisch für Guten Tag) begrüßte Anni Dostal die Anwesenden. Gemeinsam nahm sie mit den Frauen das Weltgebetstagsbild „Come – Everything ist Ready“ von Rezka Arnuš in den Blick, auf dem der Alltag slowenischer Frauen mit all seinen Herausforderungen abgebildet ist. Im Anschluss trugen die Mitglieder des Frauentreffs im Wechsel die Erfahrungen slowenischer Frauen vor – einer Rentnerin, einer Gastarbeiterin, einer alleinerziehenden Mutter, einer Frau, die Opfer von häuslicher Gewalt wurde, und einer Romni. Und so baten die Gottesdienstbesucherinnen gemeinsam für mehr Solidarität, den freien Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, um mehr Unterstützung für Familien und die Stärkung der Ökumene.

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Unter der Klavierbegleitung von Verena Riehl schloss der Weltgebetstagsgottesdienst mit dem Lied „Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder“. Im nächsten Jahr laden dann die evangelischen Frauen aus Wallau ein.

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Im Anschluss wurde noch gemeinsam Kaffee getrunken. Die Damen vom Frauentreff hatten die Tische liebevoll eingedeckt, frische Kreppel besorgt und dampfenden Kaffee gekocht. So klang der Nachmittag in geselliger Runde gemütlich aus.

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Text/Fotos: Anne Goerlich-Baumann    wgt-02-del-b13699                                     

Mitreißende Gemeinschaft beim Weltjugendtag erlebt

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Mit einer Reisegruppe von insgesamt 46 Pilgern machten wir, alles Jugendliche aus den drei Bistümern Limburg, Mainz und Speyer, uns auf den Weg zum Weltjugendtag nach Panama. Trotz der großen Vorfreude, war ich zugegebenermaßen ziemlich aufgeregt vor dem, was anstand. Am frühen Morgen des 16. Januars trafen wir uns am Frankfurter Flughafen, um gemeinsam aufzubrechen. Bereits am Flughafen spürte ich die riesige Vorfreude der weiteren Gruppenmitglieder. Andere, die schon bei vergangenen Weltjugendtagen dabei waren, erzählten einzigartige Geschichten und mir wurde bewusst, dass dort wunderbare Erlebnisse auf uns zukommen werden.

wjt-1-b13551Nach einer gemeinsamen Andacht und einem Aussendungssegen am Gate des Flughafens, ging es dann ins Flugzeug. Wir flogen zunächst nach Costa Rica. Dort verbrachten wir die Tage der Begegnung, bis wir eine knappe Woche später dann nach Panama fuhren. In Costa Rica waren wir die erste Nacht in San José untergebracht, der Hauptstadt des Landes. Mit dem Bus wurden wir am nächsten Tag zu unserer Gastpfarrei nach Chacarita, einer an der Pazifikküste gelegenen Kleinstadt, gebracht. Dort wurden wir total herzlich und sehr musikalisch empfangen. Die vielen tobenden Kinder, die nur so vor Freude sprudelten, erinnerten mich teilweise an den Besuch im Marienheim-Hostel in Namibia. Dort waren im Rahmen einer Jugendbegegnungsreise 2016 einige Jugendliche unserer Pfarrei mit Pfarrer Frank Schindling.

In unserer Gastpfarrei in Costa Rica wurden wir mit den Worten „jetzt habt ihr ein neues Zuhause“ begrüßt. Untergebracht waren wir in Familien, die in den meisten Fällen in ziemlich einfachen Verhältnissen wohnten. Eine sehr aktive und äußerst engagierte Jugendgruppe dieser Pfarrei, welche unserem AK-Jugend ähnelte, hatte für die Tage der Begegnung ein Programm für uns vorbereitet. Gleich am ersten Tag hörten wir mehrere interessante Vorträge über den Begriff der Nachhaltigkeit, der Erhaltung der Schöpfung, der Bedeutung des Umweltschutzes sowie der Verantwortung im Hinblick auf nachfolgende Generationen. Noch am selben Tag ging es bei sommerlichen 36°C an den leider extremst vermüllten Strand. Dort angekommen wurden Handschuhe und Abfallsäcke verteilt. Bis in den Abend hinein sammelten wir Müll und sorgten dafür, dass unser schöner Planet wenigstens ein kleines Stückchen sauberer wurde.

Während der anderen Tage erfuhren wir einiges über das Gemeindeleben unserer Gastpfarrei. Uns wurde das Pastoralteam vorgestellt und wir durften während der immer sehr musikalischen Gottesdienste erleben, wie man dort Gemeinschaft lebt und erlebt. Einige Jugendliche erzählten uns ihre teilweise sehr tragischen Lebensgeschichten und Beweggründe in die Kirche zu gehen und dort aktiv zu sein. Ein junger Mann aus einem nicht religiösen familiären Umfeld berichtete von einer schwer zu bewältigenden Lebenssituation, in der er und durch die er Zugang zum Glauben gefunden habe. 

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Die Tage der Begegnung in Costa Rica vergingen wie im Flug. Nach knapp einer Woche mussten wir uns verabschieden. Tschüss sagen von unseren Gastfamilien, die uns alle mit Herzlichkeit aufgenommen und lecker bekocht haben, und von den Jugendlichen der Gastpfarrei, die zu guten Freuden geworden waren. Der Abschied fiel beiden Seiten schwer.

Der Reisebus wurde beladen und die letzten gemeinsamen Bilder gemacht, bevor die 17-stündige Busfahrt nach Panama-City anstand. Dort kamen wir gegen 2 Uhr nachts in einem Gemeindezentrum an, wo ebenfalls Gastfamilien warteten, um uns aufzunehmen. Die Herzlichkeit und die Freude der Menschen, uns als Pilger von einem anderen Kontinent aufnehmen zu dürfen, verspürten wir sofort.

In den folgenden Tagen trafen wir uns vormittags immer mit allen zum Weltjugendtag gekommenen Deutschen. Auf dem Programm standen Katechesen mit diversen deutschen Weihbischöfen, Gottesdienste und gemeinsame Mittagessen. Nachmittags waren wir in kleinen Gruppen in der Stadt unterwegs und konnten an vielen verschiedenen Programmpunkten teilnehmen.  Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat beispielsweise bot eine Veranstaltung an, in der es um die Zukunft und Aussichten lateinamerikanischer Jugendlicher ging. Es fanden einige spannende Dialoge zwischen europäischen und einheimischen Jugendlichen statt.

Während der ganzen Tage herrschte in der ganzen Stadt eine sehr friedliche, gemeinschaftliche und weltoffene Stimmung, was mich oftmals an Taizé erinnerte. Es waren viele unkomplizierte nette Gespräche und Situationen mit Menschen aus aller Welt, die diese Zeit für mich zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht haben.

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Das Highlight war natürlich der Besuch von Papst Franziskus. Seine Eröffnungsfeier, der Kreuzweg sowie seine Vigil-Predigt mit anschließendem Aussendungsgottesdienst waren atemberaubend. Nach der Vigil-Predigt schliefen wir mit hunderttausenden anderen Jugendlichen aus über 100 Nationen unter freiem Himmel – Gänsehaut pur. Der Weltjugendtag endete mit dem Aussendungsgottesdienst des Papstes am Sonntag. Einen Tag später hieß es wieder Abschiednehmen von den Gastfamilien, was nach dieser inhaltlich sehr intensiven und wertvollen Zeit alles andere als einfach war.

Für uns, der Reisegruppe aus den Bistümern Limburg, Mainz und Speyer, stand jedoch noch nicht die Heimkehr an. Um die Reise ausklingen zu lassen und um die vielen Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen nochmal gemeinsam reflektieren zu können, verbrachten wir als Gruppe weitere drei Tage in einem kleinen Küstenort am Pazifik. Während dieser Zeit fand ein intensiver Austausch über die vielen Erlebnisse statt, wir feierten Andachten und Gottesdienste am Meer.

Ich freue mich, dass ich beim Weltjugendtag dabei sein durfte. Wir erfuhren überall große Herzlichkeit und Freude: von den Gastfamilien über die unzähligen Freiwilligen bis hin zum Essensverkäufer. Für mich war die Zeit ein großes Erlebnis. Ich würde mich freuen, wenn beim nächsten Weltjugendtag, welcher 2022 in Lissabon/Portugal stattfinden wird, auch der ein oder andere aus unserer Pfarrei dabei sein wird.

Bis hoffentlich bald.
euer stellvertretener Jugendsprecher
Martin Kunstmann