Ehrung

Überaus sportlich und umweltfreundlich präsentierte sich die Pfarrei St. Birgid vom 7. bis 27. Juli beim Wiesbadener Stadtradeln, denn von den gut 482 000 erradelten Kilometern stammen stattliche 21 310 Kilometer von den Gemeindemitgliedern – damit erzielte die Pfarrei in der Gesamtwertung den zweiten Platz. Mit insgesamt 115 Radelnden stellte St. Birgid sogar die größte Teilnehmergruppe und erhielt dafür den “Goldenen Helm”.

Das Stadtradeln fand in diesem Jahr unter dem Motto „Für Dich, Deine Stadt und die Welt“ unter Corona-Bedingungen statt. Die Pfarrei St. Birgid hatte bereits an dem Wettbewerb für ein besseres Klima teilgenommen, war aber nicht so erfolgreich wie in diesem Sommer. Auf die Drahtesel stiegen vor allem die Gemeindemitglieder, die aber tatkräftig von den Pastoralteamern und Verwaltungsmitgliedern unterstützt wurden. Die Messdiener bildeten eine Untergruppe und trugen stolze 6371,7 Kilometer zum guten Gesamtergebnis bei. Spitzenreiter im Kilometer sammeln war Verwaltungsratsmitglied Silvio Lange, der das ganze Jahr über zu allen Pfarreiveranstaltungen mit dem Fahrrad anreist und deshalb gut in Übung war.  Er strampelte in dem Zeitraum 1602 Kilometer für die Pfarrei ab.

Pastoralreferent Jürgen Otto nahm im Namen der Gruppe vor dem Wiesbadener Rathaus aus den Händen von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende die Auszeichnungen entgegen. Rückendeckung erhielt er dabei von Mitradlern aus allen Kirchorten. Insgesamt halfen die St-Birgid-Radler durch ihren sportlichen Einsatz 3133 Kilogramm Kohlenstoffdioxid einzusparen.

Text: Anne Goerlich-Baumann/Fotos: Mechthild und Helmut Fortner

kliegel-bie-b10752Wer in diesen Tagen Pfarrer Peter Kliegel begegnet, hat allen Grund ihm zu gratulieren. Anfang Oktober bekam er das Bundesverdienstkreuz verliehen und am 1. November feiert er mit Familie und Freunden seinen 50. Weihetag in Dillenburg. Beglückwünschen sollte man den rührigen 78-Jährigen aber vor allem für sein Lebenswerk. In Chile hat er drei Jugenddörfer gegründet und aufgebaut. Daraus ist die Stiftung Cristo Joven entstanden. Zudem hat Kliegel ein Siedlungsprojekt für Familien betrieben sowie ein musisches Gymnasium gegründet. Und auch für das nächste Projekt sammelt der engagierte Geistliche schon eifrig Spenden: Pfarrer Kliegel möchte ein Musikinstitut für die Ausbildung von Musikpädagogen und Erziehern auf den Weg bringen, damit die Chilenen ihre Musik und damit einen wichtigen Teil ihrer Identität nicht verlieren.

Zurzeit ist Pfarrer Kliegel Gast der Pfarrei St. Birgid, in der er viele Gottesdienste feiert. In den zweieinhalb Monaten seines Aufenthaltes möchte er aber auch vielen Menschen „Danke“ sagen, für die oft jahrelange Unterstützung seiner Arbeit, und natürlich neue Spenden sammeln. Und dann sind da noch die fünf Geschwister hier in Deutschland, die ihm wichtig sind. Auch möchte er den Kontakt zur deutschen Kirche pflegen. Auf Einladung von Pfarrer Matthias Struth kam Kliegel zum ersten Mal nach Bierstadt, jetzt ist es schon der vierte Aufenthalt.

Gleich nach der Weihe 1967 stand für Kliegel fest: „Ich wollte weg!“ Der Bischof von Osorno im Süden Chiles, „dort wo das Festland aufhört“, lud den deutschen Theologen ein und der blieb – bis heute. Erst arbeitete Kliegel als Gemeindepfarrer, doch die Not in den Slums und die Chancenlosigkeit der Landjugend bewegten ihn 1976 mit Pater Vinzenz Gottschalk ein Jugenddorf für Jungen aufzubauen. Es folgten ein Dorf für Mädchen und eines für Studenten. Nach 25 Jahren in Chile gründete er die Stiftung Cristo Joven und konzentrierte sich ganz auf die Projekte, die ihm am Herzen lagen. „Als Gemeinschaft aus dem Glauben“ bezeichnet er den Siedlungsbau, den er mit Familien, die in Slums lebten, auf den Weg brachte. „Jeder musste mitarbeiten und zehn Prozent seines Einkommens abgeben. Obwohl alle einen unterschiedlichen Beitrag zahlten, bekamen alle das gleiche Haus“, berichtet Kliegel stolz. Ohne die finanzielle Hilfe aus Deutschland wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen, ebenso wenig wie die Gründung eines musischen Gymnasiums mit fast tausend Schülern. Die Musik, das Theater, der Tanz und die Malerei Lateinamerikas sind Unterrichtsinhalte in allen Fächern. Und jetzt also eine neue Stiftung, die „Fundaçion Creciente“. Finanziert werden soll ein Musikinstitut, in dem Musiklehrer und -erzieher ausgebildet werden. Auch hier geht es um den Erhalt der indigenen Kultur.

„Deutschland ist meine Heimat, doch zuhause bin ich in Chile“, erzählt Kliegel, der als Dank für sein Engagement von der Regierung die chilenische Staatsbürgerschaft erhalten hat. Er beobachtet wie sich in beiden Ländern die Gesellschaften verändern. Auf der Suche nach einem neuen Weg müssten die Menschen aufeinander zugehen und dann eine gemeinsame Welt aufbauen, fordert der Pfarrer.

Wer Pfarrer Kliegels Projekte unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto Spenden überweisen: Peter Kliegel, Deutsche Bank Dillenburg, BIC: DEUTDEDB460, IBAN: DE47 4607 0024 0412 1679 00

Text/Foto: Anne Goerlich-Baumann

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Martin Harres wirkt meist im Verborgenen, aber ohne ihn geht nichts am Kirchort St. Elisabeth – und das seit 25 Jahren. Der rührige Hausmeister ist stets zur Stelle, wenn Glühbirnen ausgewechselt, Rollladengurte und Steckdosen repariert und klemmende Türen und Fenster bearbeitet werden müssen. Bei Feiern stellt Martin Harres Tische und Bänke auf und kümmert sich um den Grill. Zur Erstkommunion stellt er den großen Kerzenständer auf, hilft beim Stellen der Weihnachtsbäume und auch die liturgischen Tücher zieht er auf und ab.

jubilaeum-2-aur-b10527„Ohne ihn wären wir zugewachsen, denn er hat lange Zeit die Außenanlage gepflegt. Ohne ihn wären wir im Winter auf dem Weg ins Gemeindezentrum ausgerutscht, denn er hat bei Eis und Schnee gestreut. Ohne ihn wären wir erfroren, denn er hat im Winter immer die Heizung angestellt“, sagte Ortsausschussvorsitzende Christine Klaus über den engagierten Hausmeister beim Gemeindefest in Auringen. Sie dankte Harres für dessen „ruhige, schnelle, zuverlässige, selbstständige und unauffällige Arbeit“ – auch im Namen von Pastoralreferent Michael Sattler und Pfarrer Frank Schindling. Ernsthafte Auseinandersetzungen habe es eigentlich nur zur Gemeindefastnacht gegeben. „Ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch, wenn du waghalsig auf der Leiter jongliert bist“, scherzte Klaus.

Unter dem herzlichen Applaus der Gemeindemitglieder überreichte die Ortsausschussvorsitzende Harres die Silberne Bistumsmedaille nebst Urkunde. Und auch von der Gemeinde gab es natürlich ein Geschenk – allerdings eines, von dem auch seine Ehefrau Olga profitiere, sagte Klaus augenzwinkernd.

Text/Fotos: GB

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abschied-laura-2-b10282Für immer die Nummer 1: Schweren Herzens verabschiedete sich das St. Birgid-Team von Laura-Sophie Barth, die ein Jahr lang als FSJlerin in der Pfarrei tätig war und dabei als erste St-Birgid-Freiwillige echte Pionierarbeit geleistet hat. Laura-Sophie Barth engagierte sich in der Flüchtlings- und Jugendarbeit, organisierte das Café zum Anpacken, lernte die Verwaltung (und die Tücken der Drucker und Kopierer ;o)) kennen, überarbeitete Lied- und Andachtszettel und schrieb fleißig für das Miteinander. Dabei war Laura-Sophie immer gut gelaunt, neugierig und pfiffig, sie ging auf die Menschen zu und hat viel bewegt.

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abschied-laura-5-b10282Mit einem gemeinsamen Pizza-Essen verabschiedeten sich das Pastoral- und das Verwaltungsteam von Laura-Sophie. Pfarrer Frank Schindling dankte der ersten FSJlerin der Pfarrei für ihr unglaubliches Engagement und überreichte ihr ein Abschiedsgeschenk. Zur Überraschung aller holte Laura-Sophie daraufhin noch einen Korb voller Gläser mit selbstgemachter Erdbeermarmelade hervor, die sie an alle verteilte.

Als aktive Messdienerin und Mitglied des AK Jugend abschied-laura-3-b10282bleibt Laura-Sophie der Pfarrei zum Glück auch in Zukunft erhalten.

Alles Gute, liebe Laura, und vielen Dank!

Text/Fotos: GB