Hand in Hand für Zukunft und Frieden

Seit vielen Jahren unterstützt der Eine-Welt-Kreis der Pfarrei das MISEREOR-Projekt „Christen und Muslime gemeinsam“ in Burkina Faso. Es sichert Ernährung und Entwicklung – und bildet so ein Bollwerk gegen den Terror.

Burkina Faso liegt in Westafrika nördlich von Ghana. Hier in der Sahelzone ist das Leben nicht einfach: Aufgrund der permanenten Dürre sind die Menschen ständig von Hunger bedroht. In der von Armut und Perspektivlosigkeit geprägten Umgebung etablieren sich Terroristen, die gewaltsam versuchen, die Gemeinschaften zu spalten. Unsere MISEREOR-Partnerorganisation vor Ort stemmt sich jedoch mit aller Macht dagegen: Die „Union Fraternelle des Croyants pour un developement durable“ (UFC), die „brüderliche Union der Gläubigen für nachhaltige Entwicklung“ wurde 1969 gegründet. Seitdem verbindet sie erfolgreich Entwicklung mit Verständigung.

Kreatives Bewässerungskonzept
Von Anfang an als Gemeinschaftsprojekt angelegt, wird die UFC gleichberechtigt von Muslimen und Christen geleitet. Dass beide Konfessionen über ein halbes Jahrhundert so eng miteinander arbeiten, hat wertvolles Vertrauen wachsen lassen, sagt François Paul Ramdé, seit 15 Jahren der Geschäftsführer der UFC. Um die Menschen in Dori auf lange Sicht mit Nahrung zu versorgen, hat der MISEROER-Partner eine geniale Idee verwirklicht: Er bietet Dörfern in Dori an, gemeinsam große Regenwasserbecken zu bauen und zu betreiben – je eins pro Dorf. Diese so genannten Boulis sind sieben bis acht Meter tief und haben einen Durchmesser von rund 70 Metern. Während der viermonatigen Regenzeit speichern sie das Wasser. Rundherum legen die etwa 250 beteiligten Familien Gärten an, die sie so während der achtmonatigen Trockenzeit gut versorgen können. In den Boulis halten sie Fische, die wie auch die Ernte aus den Gärten überwiegend ihren Eigenbedarf decken. Die Menschen erzielen aber auch immer wieder Überschüsse, und damit ein kleines Einkommen. Heute, da sie Fische aufziehen und rund ums Jahr Landwirtschaft betreiben, ernähren sie sich nicht nur reichhaltiger, sondern auch vielfältiger. Das hat die allgemeine Gesundheitssituation spürbar verbessert.

Wirksam gegen Gewalt: Arbeit und neue Perspektiven
Ein Bouli kostet etwa 70.000 Euro. Möchte ein Dorf selbst eines betreiben, kann es sich bei der UFC bewerben. Etwa sieben Jahre begleitet die UFC die Dorfbevölkerung, von der Planung bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Menschen vor Ort ihre Gärten selbst optimal nutzen. Anschließend zieht sich die UFC zurück und betreut andere Dörfer. Zur Errichtung und Wartung der Boulis unterhält sie einen Maschinenpark mit schwerem Gerät, das sie gelegentlich auch samt Fahrern und Mechanikern verleiht, um Extra-Einnahmen zu erzielen. Ein weiterer, wirkungsvoller Bestandteil des UFC-Konzepts: Der MISEREOR-Partner bildet das Personal selbst aus, ebenso Schreiner, Schneiderinnen und andere Fachleute – und schafft schließlich echte Perspektiven für die jungen Menschen in ihrer Heimatregion. Diese Arbeit ist heute wichtiger denn je, weil die Sahelregion zunehmend von Terrorgruppen heimgesucht wird. „Die Situation ist dramatisch“ sagt François Paul Ramdé. „Menschen verlassen aus Angst ihre Dörfer. Wer geht, lässt sein Einkommen und seine wirtschaftliche Sicherheit zurück. Das alles hat immense psychische Folgen. Angst und Misstrauen kehren zurück. Die Menschen wissen nicht mehr, wem sie vertrauen können und wem nicht.“ Die UFC wolle gerade deshalb weiterarbeiten. Von Dorf zu Dorf. Im Bewusstsein, dass auch Christinnen und Christen im weit entfernten Deutschland über MISEREOR diese Arbeit kennen, wertschätzen und mittragen.

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Betreff: P11501 Burkina Faso

Mehr Informationen bei MISEREOR:
Marianne Pötter-Jantzen,  title= oder Telefon 0241/442-518.