Mitreißende Gemeinschaft beim Weltjugendtag erlebt

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Mit einer Reisegruppe von insgesamt 46 Pilgern machten wir, alles Jugendliche aus den drei Bistümern Limburg, Mainz und Speyer, uns auf den Weg zum Weltjugendtag nach Panama. Trotz der großen Vorfreude, war ich zugegebenermaßen ziemlich aufgeregt vor dem, was anstand. Am frühen Morgen des 16. Januars trafen wir uns am Frankfurter Flughafen, um gemeinsam aufzubrechen. Bereits am Flughafen spürte ich die riesige Vorfreude der weiteren Gruppenmitglieder. Andere, die schon bei vergangenen Weltjugendtagen dabei waren, erzählten einzigartige Geschichten und mir wurde bewusst, dass dort wunderbare Erlebnisse auf uns zukommen werden.

wjt-1-b13551Nach einer gemeinsamen Andacht und einem Aussendungssegen am Gate des Flughafens, ging es dann ins Flugzeug. Wir flogen zunächst nach Costa Rica. Dort verbrachten wir die Tage der Begegnung, bis wir eine knappe Woche später dann nach Panama fuhren. In Costa Rica waren wir die erste Nacht in San José untergebracht, der Hauptstadt des Landes. Mit dem Bus wurden wir am nächsten Tag zu unserer Gastpfarrei nach Chacarita, einer an der Pazifikküste gelegenen Kleinstadt, gebracht. Dort wurden wir total herzlich und sehr musikalisch empfangen. Die vielen tobenden Kinder, die nur so vor Freude sprudelten, erinnerten mich teilweise an den Besuch im Marienheim-Hostel in Namibia. Dort waren im Rahmen einer Jugendbegegnungsreise 2016 einige Jugendliche unserer Pfarrei mit Pfarrer Frank Schindling.

In unserer Gastpfarrei in Costa Rica wurden wir mit den Worten „jetzt habt ihr ein neues Zuhause“ begrüßt. Untergebracht waren wir in Familien, die in den meisten Fällen in ziemlich einfachen Verhältnissen wohnten. Eine sehr aktive und äußerst engagierte Jugendgruppe dieser Pfarrei, welche unserem AK-Jugend ähnelte, hatte für die Tage der Begegnung ein Programm für uns vorbereitet. Gleich am ersten Tag hörten wir mehrere interessante Vorträge über den Begriff der Nachhaltigkeit, der Erhaltung der Schöpfung, der Bedeutung des Umweltschutzes sowie der Verantwortung im Hinblick auf nachfolgende Generationen. Noch am selben Tag ging es bei sommerlichen 36°C an den leider extremst vermüllten Strand. Dort angekommen wurden Handschuhe und Abfallsäcke verteilt. Bis in den Abend hinein sammelten wir Müll und sorgten dafür, dass unser schöner Planet wenigstens ein kleines Stückchen sauberer wurde.

Während der anderen Tage erfuhren wir einiges über das Gemeindeleben unserer Gastpfarrei. Uns wurde das Pastoralteam vorgestellt und wir durften während der immer sehr musikalischen Gottesdienste erleben, wie man dort Gemeinschaft lebt und erlebt. Einige Jugendliche erzählten uns ihre teilweise sehr tragischen Lebensgeschichten und Beweggründe in die Kirche zu gehen und dort aktiv zu sein. Ein junger Mann aus einem nicht religiösen familiären Umfeld berichtete von einer schwer zu bewältigenden Lebenssituation, in der er und durch die er Zugang zum Glauben gefunden habe. 

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Die Tage der Begegnung in Costa Rica vergingen wie im Flug. Nach knapp einer Woche mussten wir uns verabschieden. Tschüss sagen von unseren Gastfamilien, die uns alle mit Herzlichkeit aufgenommen und lecker bekocht haben, und von den Jugendlichen der Gastpfarrei, die zu guten Freuden geworden waren. Der Abschied fiel beiden Seiten schwer.

Der Reisebus wurde beladen und die letzten gemeinsamen Bilder gemacht, bevor die 17-stündige Busfahrt nach Panama-City anstand. Dort kamen wir gegen 2 Uhr nachts in einem Gemeindezentrum an, wo ebenfalls Gastfamilien warteten, um uns aufzunehmen. Die Herzlichkeit und die Freude der Menschen, uns als Pilger von einem anderen Kontinent aufnehmen zu dürfen, verspürten wir sofort.

In den folgenden Tagen trafen wir uns vormittags immer mit allen zum Weltjugendtag gekommenen Deutschen. Auf dem Programm standen Katechesen mit diversen deutschen Weihbischöfen, Gottesdienste und gemeinsame Mittagessen. Nachmittags waren wir in kleinen Gruppen in der Stadt unterwegs und konnten an vielen verschiedenen Programmpunkten teilnehmen.  Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat beispielsweise bot eine Veranstaltung an, in der es um die Zukunft und Aussichten lateinamerikanischer Jugendlicher ging. Es fanden einige spannende Dialoge zwischen europäischen und einheimischen Jugendlichen statt.

Während der ganzen Tage herrschte in der ganzen Stadt eine sehr friedliche, gemeinschaftliche und weltoffene Stimmung, was mich oftmals an Taizé erinnerte. Es waren viele unkomplizierte nette Gespräche und Situationen mit Menschen aus aller Welt, die diese Zeit für mich zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht haben.

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Das Highlight war natürlich der Besuch von Papst Franziskus. Seine Eröffnungsfeier, der Kreuzweg sowie seine Vigil-Predigt mit anschließendem Aussendungsgottesdienst waren atemberaubend. Nach der Vigil-Predigt schliefen wir mit hunderttausenden anderen Jugendlichen aus über 100 Nationen unter freiem Himmel – Gänsehaut pur. Der Weltjugendtag endete mit dem Aussendungsgottesdienst des Papstes am Sonntag. Einen Tag später hieß es wieder Abschiednehmen von den Gastfamilien, was nach dieser inhaltlich sehr intensiven und wertvollen Zeit alles andere als einfach war.

Für uns, der Reisegruppe aus den Bistümern Limburg, Mainz und Speyer, stand jedoch noch nicht die Heimkehr an. Um die Reise ausklingen zu lassen und um die vielen Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen nochmal gemeinsam reflektieren zu können, verbrachten wir als Gruppe weitere drei Tage in einem kleinen Küstenort am Pazifik. Während dieser Zeit fand ein intensiver Austausch über die vielen Erlebnisse statt, wir feierten Andachten und Gottesdienste am Meer.

Ich freue mich, dass ich beim Weltjugendtag dabei sein durfte. Wir erfuhren überall große Herzlichkeit und Freude: von den Gastfamilien über die unzähligen Freiwilligen bis hin zum Essensverkäufer. Für mich war die Zeit ein großes Erlebnis. Ich würde mich freuen, wenn beim nächsten Weltjugendtag, welcher 2022 in Lissabon/Portugal stattfinden wird, auch der ein oder andere aus unserer Pfarrei dabei sein wird.

Bis hoffentlich bald.
euer stellvertretener Jugendsprecher
Martin Kunstmann