pax-christi-Kampagne „Kein Weihnachten in Moria“

Dringender Appell an Bundestagsabgeordnete
Kampagne von pax christi zur Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland

Ein eindringlicher Appell, sich für die sofortige Aufnahme der Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln in Deutschland einzusetzen, hat in diesen Tagen rund 50 Bundestagsabgeordnete im Bereich der Bistümer Limburg und Mainz erreicht. Die Lebensverhältnisse und die gesundheitliche Versorgung der Geflüchteten dort seien katastrophal, unmenschlich und eine „Schande für Europa“, heißt es in dem Brief, der von den beiden Vorsitzenden von pax christi Rhein-Main, Susanne Margraf-Epe und Thomas Meinhardt, unterschrieben worden ist. Wenn jetzt nichts geschehe, würden viele Menschen den nächsten Winter und die Corona-Pandemie nicht überleben. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik sei unbestritten, sie fehle aber bis heute. Deutschland habe die Aufnahmekapazitäten, daher müsse die Bundesregierung jetzt handeln, um “dieses Leiden und Sterben auf europäischem Boden endlich zu beenden.”

Das Schreiben steht im Zusammenhang mit der Kampagne „Kein Weihnachten in Moria“, die vom Regionalverband Limburg-Mainz der katholischen Friedensbewegung initiiert worden ist und von der deutschen Sektion von pax christi sowie einer wachsenden Zahl von katholischen Gemeinden und Verbänden mitgetragen und unterstützt wird. Ziel der Kampagne ist es, zeitnah alle Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU, SPD, Grünen, FDP und Linkspartei anzusprechen, um sie für einen entsprechenden interfraktionellen oder fraktionsübergreifenden Antrag an die Bundesregierung zu gewinnen. Alle Interessierten, Pfarrgemeinden, Verbände und Gremien sind aufgefordert, sich an die Abgeordneten ihrer jeweiligen Wahlkreise zu wenden. Die Vorlage für einen Brief und weitere Informationsmaterialien stehen auf der Website https://kein-weihnachten-in-moria.de/ zum Download bereit.

Von einer „positiven Grundstimmung rund um die Kampagne“ sprechen Jana Freudenberger und Daniel Martin Untch, die als hauptamtliche Referenten für Friedensarbeit im pax christi Büro in Bad Homburg die Aktivitäten betreuen und organisieren. „Endlich können wir etwas tun“, hätten viele Mitglieder zurück gemeldet. Inzwischen liefen erste Reaktionen von angeschriebenen Abgeordneten ein. „Es gibt Mailkontakte, aber auch Gesprächsangebote.“, so Jana Freudenberger. Auch persönliche Begegnungen mit Politikern haben bereits stattgefunden oder sind in Planung.

Text: Barbara Reichwein