Kirchort St. Birgid

St-Birgid-01-BIE-S1400Birgidstraße 2a
65191 Wiesbaden

Telefon: 06 11/92 79 95 10

Heilige Messe:
– Während des Umbaus: Sonntag 11.45 Uhr in der evangelischen Kirche

 

 Der Kirchort

St. Birgid Bierstadt ist die Namensgeberin der neuen Pfarrei. Hier befindet sich auch die Pfarrkirche. Am Kirchort Bierstadt sind die Pfadfinder untergebracht und nach dem Umbau gibt es hier ein Kinder- und Jugendhaus mit drei Gruppenräumen und einem schallgedämpften Proberaum für die Band BON. In St. Birgid Bierstadt probt ein eigener Chor, es gibt einen Eltern-Kinder-Spielkreis und einen Seniorenkreis. Damit die Kirche auch unter der Woche Betenden und interessierten Besuchern zugänglich ist, haben die Gemeindemitglieder eine Kirchenwache auf die Beine gestellt.

 

 Die Kirche St. Birgid

St-Birgid-02-BIE-S1400Betritt man die Pfarrkirche St. Birgid in Bierstadt fällt der Blick sofort auf das große Altarkreuz. In Anlehnung an das irische Holzkreuz werden zwei gleichlange Kreuzbalken umfasst durch das Sonnenrad, es ist ein Symbol für das Leben und die Auferstehung. Die feierliche Benediktion des Gotteshauses war am 19. April 1939, 1987 erhielt der Altarraum seine jetzige Gestalt. Aus hellem französischem Sandstein gestaltete der Bildhauer Hubert Elsässer den Altar, das Tabernakel, den Ambo, das Altarkreuz und das Taufbecken. Dank engagierter Gemeindemitglieder, die Kirchenwache halten, kann die Pfarrkirche auch außerhalb der Gottesdienstzeiten besucht werden. Das angebaute Gemeindezentrum ist ein beliebter Treffpunkt bei Festen und Feiern, aber auch viele Veranstaltungen, Konzerte und Vorträge finden hier statt.

 Geschichtliches

Als in der Zeit um Christi Geburt die Römer an den Rhein kamen, kreuzten sich hier zwei römische Heerstraßen. Die Gegend in und um Bierstadt war lebendig. Nur wenige der römischen Soldaten waren schon Christen. Mit ihnen kommende Händler aus dem östlichen Mittelmeerraum waren hier die ersten Glaubensboten. Offiziell war jedoch die christliche Lehre von den römischen Machthabern verboten. Im Laufe der Zeit schwanden die Macht und der Einfluss der römischen Kaiser. Kaiser Konstantin der Große entschloss sich die Christen zu dulden (Mailänder Edikt von 313). Die Gläubigen wurden zunächst wohl von den Gemeinden aus den spätrömischen Kastellorten seelsorgerisch betreut. Die früheren römischen Bistümer am Rhein waren mit dem Ende der Römerherrschaft aufgegeben worden. Von außen, speziell von den Klöstern in Irland gab es neue Impulse. Auch von England kamen Mönche und verbreiteten auf dem europäischen Festland das Evangelium. In Hessen sind die Spuren der iroschottischen Mönche nur wenig gesichert. Wichtiger Anhaltspunkt ist aber der ursprüngliche Namen Bierstadts, nämlich Birgidesstat.

Fenster-StBirgidVermutlich vom elsässischen Kloster Honau über Mainz kamen iroschottische Mönche hierher und dürften auch den Grundstein der nun über tausendjährigen, heutigen evangelischen Kirche gelegt haben. Zu Ehren ihrer Schutzpatronin, der Hl. Brigida von Kildare (Ehrenname „Mary of the Gael“), benannten sie den Ort Birgidesstat, aus dem sich dann im Laufe der Jahrhunderte das heutige Bierstadt entwickelt hat. Die Verbundenheit Bierstadts mit der Namensgeberin zeigt sich in einem Fresko der Hl. Birgid in der Chornische der evangelischen Kirche sowie in der katholischen Gemeinde, die seit 1938 den Namen St. Birgid trägt. 30 Jahre lang sammelten sich die wenigen Pfarrangehörigen zum Gottesdienst in provisorischen Unterkünften in Privathäusern bzw. einer Notkirche auf dem jetzigen Grundstück. Doch die Gemeinde wuchs und damit der Wunsch nach einer richtigen Kirche. Trotz der schwierigen Zeitumstände konnte 1938 der Bau begonnen und am 19. April 1939 mit der feierlichen Benediktion der Gemeinde übergeben werden. Die Kirche wurde aus Sonnenberger Bruchsteinen im Stil einer ottonischen Saalkirche nach Plänen des Diözesanbaumeisters Fritz Johannbroer errichtet. Eine erste Renovierung 1948 beseitigte die schweren Kriegsschäden. Die Weihe der Kirche erfolgte am 2. Mai 1948. 1953 wurde eine erste Erweiterung nötig, die 1963 auf die heutige Größe nach Plänen von Paul Johannbroer begann. 1987 erhielt der Altarraum seine jetzige Gestalt, den liturgischen Bedürfnissen des II. Vaticanums entsprechend. 1998 wurde mit dem Bau der Halle und Behinderten-Aufzugs begonnen, so dass die Kirche und die Gemeinderäume barrierefrei zu erreichen sind.