Alle guten Dinge sind fünf – Österreichfreizeit 2026
Zum nunmehr fünften Mal machten sich am 25. Juli 2026 Pfarrer Frank Schindling und Sozialarbeiter Pawel Meisler mit 28 Jugendlichen ab 13 Jahren auf den Weg nach Goldegg im Pongau in Österreich. Der Höllwarthof ist mittlerweile zu einem zweiten Zuhause und der Besitzer Hans Höllwart zu einem guten Freund geworden – und es ist ja auch wunderbar dort: ein altes Bauernhaus mit einem jahrhundertealten feuerbetriebenen Herd, der Kuhstall nebenan (die Kühe blickten häufiger mal bei uns zum Fenster rein), entsprechend immer frische Milch, der Böndlsee nur einen Steinwurf entfernt, und ein riesiges Gelände… was will man mehr?
Zeit, sich langsam wieder einzuleben, blieb in diesem Jahr aber nicht: Denn als wir am Abend der Ankunft erfuhren, dass sich am nächsten Morgen das ganze Dorf zum Patrozinium der heiligen Anna mit Prozession und anschließendem Fest mit Grillhendln und mehr versammelt, war der Raketenstart garantiert.
Um 7:30 Uhr erklingt das Lied „Tag der guten Laune“ zum Wecken auf den Fluren, damit man nach einem kurzen Frühstück um 9 Uhr beim Gottesdienst ist. Jeder, der aufgrund des frühen Aufstehens in den Ferien noch halb schlummerte, war spätestens nach der ersten Salve zu Ehren Gottes durch den Schützenverein hellwach. Nachdem der Kommandeur mit lauter Stimme zum Schießen ruft, fällt unsere Gruppe (beinahe die Einzigen ohne Tracht!) durch ein synchrones Zusammenzucken deutlich auf.
Die große Wanderung auf den 1747 Meter hohen Gamskögerl folgte bald darauf. Nach 1000 Höhenmetern Aufstieg wurde die Gruppe auf dem Gipfel erstmalig von über 30 Kühen empfangen, die es sich um das Gipfelkreuz gemütlich gemacht hatten.
Der traditionelle „Filmtag“ durfte auch nicht fehlen: Dieses Mal wurden Werbevideos zum für die Teilnehmer unbekannten österreichischen Wort „Nudlaug“ (Dummkopf) gedreht. Abends öffnete sich dann der Vorhang für „Konklave“.
Nach den besonders ereignisreichen ersten Tagen kühlt sich die Gruppe im nahgelegenen Böndlsee ab und stärkt sich abends mit 10 Kiokg Schnitzel. Neben diesem kulinarischen Highlight kochen Pfarrer Frank Schindling und Sozialarbeiter Pawel Meisler mit Unterstützung der Gruppe fast jeden Tag eine neue Leckerei. Von griechischem Auflauf über chinesische Pfanne bis hin zu typisch österreichischen Kasspatzln wird unser Motto „Vielfalt ist unsere Stärke“ in der Küche genauso ausgelebt wie untereinander.
Das Salzburger Land haben wir mit so einigen Tagesausflügen weiträumig erkundet:
Im größten Besucherbergwerk Österreichs, einem „Salzkraftbergwerk“ (so wie es bei uns traditionell aufgrund eines Versprechers genannt wird), lernen wir viel über den Salzabbau vom Mittelalter bis heute und haben Spaß auf mehreren Rutschen, die uns tief unter die Oberfläche und sogar über die deutsch-österreichische Grenze bringen, die Sigmund-Thun-Klamm beeindruckt durch ihre Naturgewalt und Schönheit, beim Wandern um den angrenzenden Klammsee erfrischen sich so manche mit einem kurzen Bad. Ein Besuch in Salzburg darf natürlich auch nicht fehlen, wo sich nach gemeinsamer Andacht in einer Kirche am Fuß des Mönchbergs ungeplant über zwei Drittel der Gruppe im größten Biergarten Österreichs am Kloster Mülln treffen.
Direkt vor der Haustür gab es ebenfalls jede Menge zu erleben:
Fußballspielen und ein großes Darttunier waren ein beliebter Zeitvertreib. Bei Workshops konnte man sich beim Beutel Gestalten, Tassen Bemalen, Schlüsselanhänger knüpfen und Batiken kreativ ausleben. Ein Highlight war der zweiteilige XXL-Quiz- und Showabend, der von Teilnehmern selbst vorbereitet wurde.
Der vorletzte Tag führte die Freizeit zu einem Höhepunkt. Mittags fuhr man mit einer Gondel auf den Hochwurzen (1849m), womit auch der buchstäbliche Höhepunkt der Freizeit erreicht war, bevor eine rasante, sieben Kilometer lange Talfahrt im Mountain Go-Kart folgte. Noch voller Adrenalin machte sich die Gruppe von dort auf den Weg ins Gasteinertal zur Burg Klammstein (wo zwei Tage zuvor Nena und Xavier Naidoo auf dem Dorffest auftraten). Außerdem soll Kardinal Robert Prevost, jetzt Papst Leo XIV, früher ein Stammgast in der Burgschänke gewesen sein. Laut Internet zog dieses Tal besonders in der Vergangenheit große Prominenz wie beispielsweise Kaiserpaar Sisi und Franz Joseph, Kaiser Wilhelm I., Otto von Bismarck, Helmut Kohl, Thomas Mann, Sigmund Freud und Falco an und wird auch als „Monte Carlo der Alpen“ bezeichnet.
Auf der Burg stärkt man sich schließlich mit einem riesigen Ritterschmaus in 8 leckeren Gängen. Die mittelalterliche Tradition wird dabei gewahrt: Ohne Freunde zu trinken ist verboten und ohne den Anstoßspruch „Auf der Burg Klammstein…“ auch nicht erlaubt. Außerdem gibt es einen regelmäßig wechselnden Burgvogt, der auf die Einhaltung der Regeln achtet. Die Gruppe wird dort vom Besitzer höchstpersönlich für ihren auffallenden Zusammenhalt gelobt.
Es bleibt nur noch das Aufräumen, Packen und Putzen, bevor dann die Heimreise angetreten wird. Die Gruppe blickt auf eine sehr gelungene und spaßreiche Freizeit zurück und ist sich einig: Österreich wird auch künftigen Besuchen nicht langweilig!
T: Thomas Read/ F: Niklas Löhr, Foto Sulzer Hallein (1)
