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11.11. Ein Zeitzeuge erzählt…

 „Flucht durch das Minenfeld an der thüringisch-hessischen Grenze – ein Zeitzeuge berichtet“

Die AG politisch lädt zum Zeitzeugenvortrag mit Berthold Dücker ein

Vor 62 Jahren wagte Berthold Dücker als 16-Jähriger die lebensgefährliche Flucht aus der DDR in den Westen. In der DDR hatte er für sich – geprägt durch seine christliche Erziehung und die kirchenfeindliche SED-Diktatur – keine Zukunft mehr gesehen. Mit einer Kneifzange bahnte er sich im August 1964 einen Weg durch das Minenfeld und über die Grenze in die Bundesrepublik.

In seinem persönlichen Zeitzeugenvortrag berichtet er von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, den Lebensumständen in der Sperrzone, den Gründen für seine Flucht und den dramatischen Erlebnissen auf dem Weg in die Freiheit. Nach der deutschen Wiedervereinigung kehrte Dücker in seine Heimat zurück. Dort engagierte er sich maßgeblich dafür, das ehemalige US-Camp „Point Alpha“ zu einer heute – regelmäßig auch von Gruppen aus St. Birgid – viel besuchten Gedenkstätte auszubauen. Als Vorsitzender des Trägervereins initiierte er unter anderem den 1.400 Meter langen Skulpturenweg „Weg der Hoffnung“. Dieser erinnert nicht nur an den Kreuzweg Christi, sondern zugleich an die Überwindung staatlicher Willkür und Unfreiheit.

Berthold Dückers Erinnerungen machen die deutsche Teilung und die innerdeutsche Grenze auf eindrucksvolle Weise greifbar, denn dabei geht es um eine persönliche Lebensgeschichte, die zeigt, was Freiheit, Unfreiheit und Grenzen für einen jungen Menschen bedeuten können.

Seine eigenen Erfahrungen versteht er auch als Mahnung für die Gegenwart. Er setzt sich dafür ein, die Gefahren von Diktaturen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und die Bedeutung von Freiheit und Demokratie immer wieder bewusst zu machen. Dabei richtet er den Blick auch auf den Umgang mit Geflüchteten und wirbt für Empathie und Menschlichkeit. Seine Botschaft ist aktueller denn je: Freiheit und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit – es liegt an uns, sie zu bewahren.

Am Mittwoch, 11.11. ab 19 Uhr im großen Saal in Bierstadt kann man Berthold Dücker zuhören, Fragen zu stellen und deutsche Geschichte aus erster Hand erleben. Der Eintritt ist frei, ein Spendenkorb steht bereit!

Anmeldungen sind über diesen QR-Code möglich

 

 

 

Foto: Herok