„Hallo“, „Privjet“ und „Salam“

Delkenheimer Sprachcafé nach Nordenstadt erweitert

Im Februar 2016 wurde in Delkenheim das Ökumenische Sprachcafé ins Leben gerufen, durch welches Flüchtlinge erste Erfahrungen beim Deutschlernen machen konnten. Damals kamen sie aus Syrien, dem Irak, Iran und Afghanistan und wurden in Räumen der evangelischen Gemeinde, in St. Stephan und in ihren Gemeinschaftsunterkünften unterrichtet. Die ehrenamtlichen Lehrkräfte mussten aber leider vor zwei Jahren wegen der Coronapandemie abrupt ihr Engagement einstellen – Bedarf gab es natürlich weiterhin …

Und so ist es erneut tragischen Umständen geschuldet, dass durch den Ausbruch des Krieges in der Ukraine Menschen hierher fliehen und sich in der neuen Umgebung zurechtfinden müssen. Hilfe in Form der Reaktivierung des Sprachcafés wurde schnell angeboten, sodass nun etwa zwei Dutzend ukrainische Flüchtlinge im Alter von 17 bis 75 Jahren zwei Mal wöchentlich teilnehmen. Sogar eine junge Frau aus dem Iran, die ebenfalls im April 2022 nach Deutschland kam, wurde in die Schar der Schülerinnen aufgenommen. Die 13 Lehrkräfte arbeiten mit viel Freude, Kreativität und Einfühlungsvermögen – wegen der großen Nachfrage auch in Christ König NOR. Dass Deutsch eine schwierige Sprache ist, zeigt sich nicht nur anhand der vielen Artikel, Wortendungen und Ausnahmen; auch die Aussprache von Umlauten bereitet Mühe, bringt aber auch Heiterkeit in die Gruppen, wenn reihum Ö und Ü ertönen soll und das Spitzen der Lippen noch nicht richtig klappt.

Wie in den vergangenen Jahren wird durch das Sprachcafé den Geflüchteten auch die Möglichkeit gegeben, an Freizeitaktivitäten und Ausflügen teilzunehmen. Eine dieser Aktionen ist ein Essensstand am Delkenheimer Rathausplatzfest (Samstag, 2. Juli, ab 16 Uhr), wo kulinarische Köstlichkeiten aus der Ukraine und Afghanistan angeboten werden. Herzliche Einladung an alle, dort das Sprachcafé DEL / NOR direkt kennenzulernen.

Text/Fotos: Martina Lotz